„Fausts Pakt“ auf der Bühne des Rhein-Sieg-Gymnasiums:

Musical in Sankt Augustin : Schüler des Rhein-Sieg-Gymnasiums spielen „Fausts Pakt“

Wenn Mephisto in den Himmel muss: Schüler des Rhein-Sieg-Gymnasiums bringe „Fausts Pakt“ auf die Bühne. Die Jungen und Mädchen zeigen Goethes Klassiker im Hier und Jetzt als Musical.

Himmlische Heerscharen tummeln sich auf der Bühne, dazu Elvis mit Tolle und weißem Glitzeranzug. Zu sehen sind auch Mephisto und das Gretchen – der Bildungsklassiker „Faust“ ist auf der Bühne des Rhein-Sieg-Gymnasiums (RSG) zu sehen.

„Wir präsentieren diesmal eher ein Musiktheater als ein Musical“, sagt Matthias Reinold, der bereits zum zwölften Mal die Gesamtleitung hat. Tänzerische Einlagen gebe es zwar, aber sie seien nicht so dominant wie in der Vergangenheit, als mit den Geschwistern Einmal und der Tanzschule Lepehne-Herbst aus Bonn das tänzerische Element eine größere Rolle spielte.

Goethes Faust beschäftigt sich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Die rund 70 Schülerinnen und Schüler bringen das in moderner, kritischer Variante als „Fausts Pakt“ auf die Bühne. Sebastian Blöcher hat mit satirischem Blick auf das Leben und die Suche nach dem Sinn die Geschichte ins Hier und Jetzt verlagert. Reinolds Lebensgefährte Blöcher, der als Lehrer an der Gesamtschule Troisdorf arbeitet, hat das Buch für die Aufführung geschrieben und führt auch Regie.

Für die jugendlichen Schauspieler ist die Aufführung eine neue Erfahrung, denn sie waren bisher noch nicht bei einem der alljährlichen RSG-Musicals auf der Bühne, sagt Reinold. Nervosität macht sich aber auch bei dem Musiklehrer bemerkbar – und das schon während der Hauptprobe. Ein Grund dafür: Zwei Tage vor der Premiere gibt es noch krankheitsbedingte Ausfälle. „Ich dachte eigentlich, das wird mal besser mit der Aufregung“, meint er schmunzelnd. Aber kurz vor der Premiere seines zwölften Musicals ist der Musiklehrer des Rhein-Sieg-Gymnasiums noch genauso aufgeregt wie bei der ersten Aufführung.

Gott ist Elvis im Musical „Fausts Pakt“ des Rhein-Sieg-Gymnasiums

Sehr ruhig bereitet sich indes Mephisto alias Chris Schaper auf seinen Auftritt vor. „Das Schwerste für mich ist das Singen“, sagt er. Er habe zuvor keinerlei Gesangserfahrung gehabt und auch die Tanzchoreographien kosteten ihn Überwindung. „Lieber mache ich etwas richtig, als dass es am Ende peinlich wird“, meint Schaper. Die Sprache ist in fast allen Szenen modern – einzige Ausnahme ist die Konfrontation Mephistos mit Gott, die eng an das Original angelehnt ist. „Chris ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ihm die Big Band, in der er selbst Gitarre spielt, sagte, dass er das sehr gut macht“, erzählt Reinold.

„Gott ist bei uns Elvis“, erläutert er das Stück. Gespielt wird der Elvis Presley von David Schlegel, der seine Aufgabe „sensationell gut macht“, findet Reinold. Er sei das Bindeglied zwischen dem reinen Himmel und der Lebensart des Rock-Sängers mit Drogen und anderen Exzessen.

Die Geschichte: Mephisto hat auf der Erde keine Daseinsberechtigung mehr und muss zurück zu Gott. Zuvor muss er jedoch eine andere schwarze Seele finden, die statt seiner auf der Erde Unfrieden stiftet. Dabei geht es um Identität, Sinn und Glauben – alles aus einem kritischen, satirischen Blickwinkel betrachtet.

Geprobt wird seit den Sommerferien, zunächst haben Big Band, Show Chor, Samba Band und Schauspieler einzeln ihre Parts einstudiert. Vor gut vier Wochen gab es ein gemeinsames Probenwochenende und seit zwei Wochen treffen sich die 70 Akteure jeden Tag. Vera Pethes leitet den Show-Chor und Verena Summ hat die Bläserproben geleitet.

Fausts Pakt am Freitag, 29. November ist bereits ausgebucht. Für den Mittwoch und für Donnerstag, 28. November gibt es noch Karten am Schulkiosk, im Sekretariat oder in der Buchhandlung der Steyler Missionare. Das Musical beginnt um 19 Uhr in der Aula des Rhein-Sieg-Gymnasiums. Einlass ist ab 18.30 Uhr.