Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Eröffnung des Showrooms "Visualisierung"

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Eröffnung des Showrooms "Visualisierung"

Im neuen „Showroom“ erhalten regionale Unternehmen in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Einblicke ins „Visual Computing“. Dazu werden auch Workshops angeboten. Das Angebot ist Teil des Projekts „Campus to World“.

Unzählige Tweets mit dem Stichwort „Brexit“ ploppen auf dem Bildschirm im Showroom „Visualisierung“ in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) auf. Philipp Löschner, wissenschaftlicher Mitarbeiter, zeigt, wie man diese visualisieren kann. So können die Treffer in einer Art Netz dargestellt werden. Twitternutzer mit den meisten Tweets zu diesem Thema oder bestimmte Hashtags sind in größerer Schrift hervorgehoben oder farblich markiert. Löschner kann die Daten mit seinen Händen auf dem touchfähigen Display verschieben. Diese Anwendung mit dem Titel „InfoVis“ ist Teil des Showrooms „Visualisierung“, den die Hochschule jetzt eröffnet hat. Zu Gast war unter anderem Michael Oberkötter vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfahlen.

Ziel ist es, Unternehmen aus der Region im Bereich der digitalen Visualisierung zu beraten und diese zu vernetzen. Dazu werden in regelmäßigen Abständen Workshops angeboten. In einer „Ideenfindungsecke“ können Wissenschaftler und Unternehmen ins Gespräch kommen. „Wir möchten der Wirtschaft in der Region zeigen, was 'Visual Computing' alles kann. Der Showroom dient dem Transfer“, erklärte André Hinkenjann, Gründungsdirektor des Institut für „Visual Computing“, das sich an dem Showroom beteiligt. Hinkenjann und sein Kollege Ernst Kruijff sind Teilprojektleiter des Showrooms.

Das Angebot ist Teil des Projekts „Campus to World“, mit dem die Hochschule eine Vernetzung mit Wirtschaft und Gesellschaft anstrebt. In einem Wettbewerb des Bundes und der Länder wurde die H-BRS als „Innovative Hochschule“ ausgezeichnet. In den nächsten fünf Jahren erhält „Campus to World“ eine Förderung in Höhe von rund neun Millionen Euro. „Das Projekt ist an der Hochschule sehr gut aufgehoben und gut angelegtes Geld für die Region und die Wirtschaft“, sagte Oberkötter.

Löschners Kollegin Katharina Stollenwerk zeigt indes auf einer Displaywand anhand der Darstellung einer Ader, wie sich wissenschaftliche Daten visualisieren lassen. Die Richtung des Blutflusses und dessen Geschwindigkeit lassen sich farblich darstellen. Das Projekt „Fork“ widmet sich der Erforschung von Anwendungsmöglichkeiten in der Kreativwirtschaft. In Zusammenarbeit mit Dirk Krause vom Kölner Unternehmen „Curious Electric“ arbeiten die Wissenschaftler daran, wissenschaftliche Algorithmen in den produktiven Betrieb zu übertragen.

Im Nebenraum befinden sich die Besucher indes in einem virtuellen Designerhaus. Auf einem hochaufgelösten LED-Bildschirm wird dessen Innenraum dargestellt. Setzen sich Anwender eine Virtual- Realtity-Brille auf, fühlen sie sich, als stünden sie selbst darin. Acht Kameras beobachten den Nutzer und erfassen seine Blickrichtung. Mit dieser Technik können auch Anwendungen, etwa aus dem Maschinenbau, dargestellt werden, die Nutzer in einer virtuellen Konferenz besprechen können. „So können Dinge, die man animiert hat, diskutiert und Ideen gemeinsam weiterentwickelt werden“, sagte André Hinkenjann.

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