Umfrage der Stadtschulpflegschaft: Eltern in Sankt Augustin wollen Schule digitalisieren

Umfrage der Stadtschulpflegschaft : Eltern in Sankt Augustin wollen Schule digitalisieren

Die Stadtschulpflegschaft hat mehr als 400 Eltern befragt, was sie sich von der Digitalisierung an Schulen erhoffen. Die Ergebnisse zeigen: Die Vorstellungen von Eltern von Kindern an Grundschulen und weiterführenden Schulen gehen auseinander.

Digitalisierung in der Schule? Ja bitte, aber nicht mit den eigenen Smartphones der Kinder – so lässt sich ein wichtiges Ergebnis aus der Umfrage der Stadtschulpflegschaft unter den Eltern der Sankt Augustiner Schüler zusammenfassen.„Wir wussten ja nicht wirklich, was sich die Eltern zu diesem Thema wünschen und haben deshalb eine digitale Umfrage entwickelt“, sagt der Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, Hinrich Pich. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern, Torsten Dillenburg und Frank Meyer sowie Georg Fischer, der die Umfrage erstellt und ausgewertet hat, haben sie deshalb nachgefragt.

Die Stadtschulpflegschaft vertritt bis zu 10.000 Eltern in der Stadt. „Da ist es schwierig, den Elternwillen zu erfragen, deshalb haben wir uns für den Online-Fragebogen entschieden“, so Pich. 1600 Mal sei die Seite angeklickt worden, 440 Eltern oder rund zwölf Prozent haben schließlich die rund 30 Fragen mit den jeweiligen Unterpunkten beantwortet. „Das ist eine recht große Zahl, wenn man bedenkt, wie wenig Eltern vor allem in den Grundschulen bei so manchem Elternabend erscheinen“, meint Dillenburg.

Gefragt wurde nach einer Infrastruktur, Hardware oder möglichen Lernprogrammen sowie nach Fächern, die von den Eltern als besonders gut geeignet für den Einsatz digitaler Medien angesehen werden. „Wir haben auch die generelle Einstellung der Eltern zur Digitalisierung abgefragt, ebenso wie ihre Lebensumstände, also Anzahl der Kinder, Schulform oder Bildungsstand“, sagt Fischer.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage sei, dass die Grundschuleltern weniger an der Digitalisierung der Unterrichtsinhalte als vielmehr an einer vereinfachten Kommunikation durch digitale Medien interessiert seien. Zwar gebe es auch für die Grundschulen digitale Lernsoftware, die auch eingesetzt werde. „Die Eltern wollen aber erst mal, dass ihre Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen, bevor sie mit digitalen Medien arbeiten“, erklärt Pich das Anliegen der Eltern.

Anders sieht es in den weiterführenden Schulen aus. Hier wünschen sich die Eltern durchaus intensivere Beschäftigung mit digitalisierten Inhalten. Datensicherheit und Datenquellen sollten ebenso behandelt werden, wie das Erlernen des eigenständigen Programmierens. Als gut geeignete Fächer wurden Sprachen und Mathematik von den Eltern identifiziert. Ihrer Ansicht nach könnte hier Software gute Dienste leisten.

Besonders erfreut zeigten sich die Fragebogen-Ersteller über die vielen Ideen, die in den sogenannten Freitextfeldern der Umfrage geäußert wurden. Als einen entscheidenden Vorteil der Digitalisierung nannten Eltern dort die Zusammenarbeit der Schulen und die Zusammenarbeit mehrerer Schulen bei internationalen Projekten, die durch das Internet einfacher möglich gemacht werden könnten. Uneingeschränkte Zustimmung gab es von den Eltern zu den Unterrichtsmaterialien, die die Kinder digital mit sich führen können. „Damit wäre das Thema der zu schweren Schulranzen ein für allemal vom Tisch“, sagte Meyer.

Verbesserungen sehen die Eltern auch bei Krankmeldungen, Vertretungsstunden oder Fehlstunden, die einfach digital kommuniziert werden können. „Derzeit kocht hier noch jede Schule ihr eigenes Süppchen. Das muss zentral gesteuert werden“, sind sich die Vertreter der Stadtschulpflegschaft einig. Sie sehen hier die Stadt in der Pflicht. „Sie muss zunächst überlegen, was sie im Bereich Digitalisierung erreichen will“, denn es gelte, die 14 Schulen in der Stadt zentral und mit gleichen Standards zu betreuen. „Wenn wenigstens einfache Abläufe standardisiert würden, dann wäre das schon ein Erfolg“, sagt Frank Meyer. Er glaubt, dass es am einfachsten wäre, die gesamte IT auszulagern und auch extern betreuen zu lassen. Das würde auch die Fachbereiche in der Verwaltung entlasten.

Ihre digitale Umfrage und deren Ergebnisse werden die Vertreter der Stadtschulpflegschaft am 22. November im Schulausschuss vortragen.

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