Sicherheit auf dem Schulweg: Eine Zone für die Elterntaxis in Sankt Augustin

Sicherheit auf dem Schulweg : Eine Zone für die Elterntaxis in Sankt Augustin

Meindorfer Grundschule erarbeitet ein Mobilitätskonzept. Damit soll die Schulweg-Situation rund um die Rubenstraße entspannt werden.

Rund 20 sogenannter Elterntaxis halten morgens bei ungünstigem Wetter vor der Meindorfer Grundschule, die Kinder steigen aus, und die Autos fahren weiter. Das sei zwar eine eher geringe Zahl. Dennoch entstünden so schwierige oder gar gefährliche Situationen für die Kinder, sagt Verkehrsplaner Jörg Leven. Die Rubensstraße sei derart eng, dass man dort kaum aneinander vorbeifahren könne. „Ich empfand es als eine tolle Chance, mit professioneller Unterstützung ein Projekt für dieses immer wiederkehrende Problem entwickeln zu können“, sagt Schulleiterin Ute Stellberg. Deshalb ist die Katholische Grundschule begleitet von Leven auf Initiative der Stadt aktiv geworden und will mit einem neuen Mobilitätsmanagement Abhilfe schaffen und unter anderem eine Hol- und Bringzone einrichten.

„Ich erhoffe mir eine entspanntere Situation auf den engen Straßen rund um die Schule sowie mehr Sicherheit für alle Kinder“, sagt Stellberg. Für die Schulleiterin wäre es ein großer Erfolg, wenn die Kinder auch bei Regen nicht mehr bis vor das Schultor gefahren würden und sie sich auch im Alltag sicher im Straßenverkehr bewegen könnten. Schulpflegschaft und Schulkonferenz unterstützen das Projekt unisono. Kritische Fragen seien insbesondere in Bezug auf die Sicherheit des Weges von der Hol- und Bringzone zur Schule gekommen. Aber auf den Weg werden die Kinder vorbereitet und anfangs von Polizisten und Ordnungsamts-Mitarbeitern begleitet.

Wichtig dabei: „Wir verzichten auf den erhobenen Zeigefinger und Repressionen aller Art“, betont Leven, der ähnliche Konzepte bereits an vielen Schulen umgesetzt hat. Das Konzept beruhe auf drei Säulen. Das sei zunächst eine Schulwegeplanung, die sich nach den vorhandenen Kompetenzen der Erstklässler richte. „Die Wege müssen so gestaltet sein, dass sechs- bis siebenjährige Kinder sie selbstständig bewältigen können“, erläutert Leven.

"Verkehrszähmerprogramm"

Die zweite Säule des Modells beziehe sich auf die Entfernung, die mit dem Wegfall der Bezirksgrenzen bei der Schulwahl größer geworden sei. „Ab 1, 2 Kilometer rollt alles in irgendeiner Form zur Schule“, skizziert Leven den aktuellen Stand der Verkehrserhebungen bundesweit. Dieses Mobilitätsverhalten müsse gezielt verlagert werden – weg vom Eingangsbereich der Schule. Deshalb soll es ab November eine Hol- und Bringzone für die Elterntaxis geben. Diese wird auf beiden Seiten der Bahnhofstraße in Höhe der Adelheidisstraße eingerichtet. Wichtig dabei sei, dass die Haltestelle für das Elterntaxi mindestens 250 Meter von der Schule entfernt sei, sagt der Verkehrsplaner aus Wuppertal, der bereits rund 40 Projekte dieser Art bundesweit betreut hat.

An der Bahnhofstraße gebe es in jede Fahrtrichtung bereits jeweils drei Parkplätze, die man gut anfahren könne, und man komme auch leicht wieder weg. Die Kinder müssten dann auf ihrem Weg zur Schule eine Wohnstraße und die Landstraße überqueren. Letztere sei durch eine Ampel gesichert, so dass die Schüler nicht überfordert würden. Eine entsprechende Beschilderung sowie die Information der Nachbarn durch die Grundschulkinder sind geplant.

Als dritte Säule wird ein „Verkehrszähmerprogramm“ durchgeführt. Dabei gehe es um ein vernünftiges Gesamtkonzept, in dessen Rahmen die schulische Mobilitätsbildung erweitert werde. „Die Kinder sollen verstärkt motiviert werden, den Schulweg zu Fuß zurückzulegen.“ Das könne dann belohnt werden. „Dabei ist alles erlaubt, was funktioniert“, sagt Leven. 12,7 Prozent der derzeit 107 Schüler und Schülerinnen der Meindorfer Grundschule werden aktuell mit dem Auto zur Schule gebracht.

Die meisten kommen aus Richtung Menden. Die Alternative, an einer anderen Stelle als direkt vor der Schule zu parken, habe es schon immer gegeben. „Das Parken vor der Schule ist jedoch bisher offenbar nicht hinterfragt worden“, glaubt Leven. Werbung für das neue Mobilitätskonzept der Grundschule werden die Schüler selbst machen, schließlich gehe es bei den geplanten Veränderungen ausschließlich um sie.