Umgestaltung des Zentrums: Ein gläserner Aufzug für Sankt Augustin

Umgestaltung des Zentrums : Ein gläserner Aufzug für Sankt Augustin

Stadt Sankt Augustin gestaltet den Karl-Gatzweiler-Platz vor dem Rathaus am Huma-Einkaufscenter um. Pläne stoßen bei Kindern, Jugendlichen und Politikern auf einhellige Zustimmung.

Aus der Entwurfsplanung des Karl-Gatzweiler-Platzes wurde nun eine Ausführungsplanung, die von der städtischen Planerin Tina Lorenz im jüngsten Zentrumsausschuss vorgestellt wurde. Die Änderungen sind punktuell und betreffen neben einer geringfügig anderen Anordnung der Bäume vor allem die Brunnenanlage. „Der Wasserlauf wurde vergrößert, das Schaufelrad ist wieder drin und der obere Brunnen bleibt so groß wie er ist, der untere Brunnen wird 1,5-fach so groß wie der obere“, erläuterte Lorenz.

Selbst die vor allem von Gerhard Schmitz-Porten (SPD) immer wieder angemahnte kleine Fontaine sei noch nicht vollständig vom Tisch, dürfe jedoch nicht mehr als 5000 Euro zusätzlich kosten, so Lorenz. „Sobald die Wasserfontäne aus dem Bestandsschutz herausfällt, wird es teuer, und das können wir uns nicht leisten“, mahnte sie. Die Spielgeräte werden vor das Ärztehaus verlegt. „Darüber haben wir uns mit dem Kinder- und Jugendparlament abgestimmt“, so die Planerin. Der gläserne Aufzug wird bis in die oberste Ebene vor dem Huma-Center fahren, das Pflaster soll an das Pflaster rund um die Einkaufs-Mall angepasst werden.

Sehr angetan von den Plänen nahmen die Mitglieder des Zentrumsausschusses die Ausführungsplanung zur Kenntnis. „Wir sind von der Planung, so wie sie jetzt vorliegt, begeistert“, sagte der erste Beigeordnete Rainer Gleß. Aus dem Marktplatz werde ein Ort der Kommunikation, der auch für größere Veranstaltungen geeignet sei. Auch die Kinder und Jugendlichen seien von der Planung begeistert, so Gleß. „Dass wir uns das Wasser retten, da danken wir für“, freute sich Schmitz-Porten über die – gegenüber der ersten Planungsversion – vergrößerte Brunnenanlage. Mit der Umgestaltung bekomme die Stadt eine optische und technische Verbesserung auf dem Platz.

Kosten von rund 2,6 Millionen Euro

Auch René Puffe (CDU) fand viel Lob für die vorgelegte Planung. „Schon jetzt hat eine Belebung des Platzes stattgefunden, das wird noch mehr werden mit diesem schöneren Umfeld.“ Er lobte die Abstimmung mit dem Kinder- und Jugendparlament bezüglich der Spielgeräte und freute sich darüber, dass es nun ausreichend Freiflächen für Veranstaltungen auf dem Platz gebe. Auch der Fahrstuhl ermögliche eine behindertengerechte Erreichbarkeit für das Rathaus und die obere Platzebene. Kritisch sah Puffe die Erlaubnis für Radfahrer, über den Platz zu fahren. „Das sind wir der Meinung, dass es möglich sein sollte, das Fahrrad über den Platz zu schieben.“

Christian Günther (Grüne) freute sich, dass die Anzahl der Bäume erhalten bleibt. Sie spendeten Schatten für die Außengastronomie und dienten der Strukturierung der Fläche. „Außerdem finden wir es gut, dass der Wasserlauf aufgewertet wurde.“ Für Angelika Züll (FDP) ist die Ausführungsplanung ein „Quantensprung“ gegenüber dem bisherigen Zustand.

Auf Fragen zu den Themen Fahrradstellplätze und Fahrradverkehr antwortet Tina Lorenz. Derzeit gebe es 60 Fahrradstellplätze auf dem Marktplatz. „Nach der Umgestaltung sollen dort 75 bis 80 Fahrradstellplätze entstehen.“ Zuzüglich der Plätze im Randbereich käme man dann auf rund 150 Abstellplätze für Fahrräder. Zu den möglichen Regelungen, nach denen sich Fahrradfahrer und Fußgänger nicht in die Quere kommen sollten, meinte Gleß, dass man nach Fertigstellung sehen könne, wie dort Rad gefahren werde und ob es Änderungen oder Regelungen geben müsse. Auch zum Thema Reinigung der Steine und der Stufen gab es im Ausschuss Informationsbedarf. Die Stufen mit der so genannten Possehl-Beschichtung seien einfacher zu reinigen, aber auch die Pflaster seien beschichtet und ließen sich somit gut säubern, so Lorenz.

Kosten soll die Umgestaltung des Karl-Gatzweiler-Platzes geschätzt rund 2,6 Millionen Euro. Davon wurden bereits knapp zwei Millionen Euro aus dem Stadterneuerungsprogramm des Landes NRW bewilligt.

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