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Das Ferienprogramm der Stadt Sankt Augustin fällt in diesem Jahr aus.

Keine Ferienfreizeit „Klein Sankt Augustin“ : Mittelalterstadt in Sankt Augustin fällt im Sommer aus

Die Ferienfreizeit „Klein Sankt Augustin“ findet diesen Sommer nicht statt. Die Träger müssen sich nach der Umstrukturierung laut Stadt neu aufstellen.

Ein Mittelalterprojekt wird es in diesem Jahr in Sankt Augustin nicht geben. Wie die Stadt auf GA-Nachfrage mitteilte, fällt die Ferienfreizeit „Klein Sankt Augustin“ in diesem Sommer aus. Hintergrund ist laut Pressestelle die Neustrukturierung der Trägerlandschaft der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Ein Vater aus Sankt Augustin hatte sich dazu an den General-Anzeiger gewandt. Für seine Tochter sei die Freizeit immer ein Fixpunkt im Sommer gewesen, sagte er. „Es ist schon sehr erstaunlich, dass man sich offensichtlich keine Mühe gegeben hat, das Feriendorf zu erhalten.“ Das zeige mal wieder, dass zwar über die Verbesserung der Angebote für Kinder und Jugendliche viel schwadroniert, aber nichts getan werde.

Wie berichtet, hat es zum Jahresanfang einen Wechsel bei den Trägern gegeben. Dazu hatte die Verwaltung im vergangenen Jahr ein neues Konzept erarbeitet. Ihr Ziel: Eine größere Trägervielfalt zu erreichen. Bis Ende des Jahres wurden die meisten städtischen Angebote vom Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen betreut. Er hatte auch das Mittelalterprojekt organisiert.

Die Stadt hatte den Vertrag mit dem Förderverein jedoch bereits 2018 gekündigt, er lief Ende 2019 aus. Der Verein sollte dennoch auch beim neuen Konzept weiterhin offene Jugendangebote übernehmen – allerdings weniger als zuvor. Das lehnte er aber ab. Ihm zugeteilt waren das Jugendzentrum, die Stadtteilwohnung Niederpleis, die Spielstube Cranachstraße und das Café Eden. Die Trägerschaft fiel damit in die Hände der Stadt.

Vier weitere Träger sind in Sankt Augustin noch an Bord. So betreut der Verein Hotti das Café Léger, den Stadtteilladen Johannesstraße und das Hotti in Birlinghoven. Die Jugendfarm Bonn hat die Trägerschaft der Spieleinsel und des Abenteuerspielplatzes übernommen. Die Katholische Jugendagentur ist für das Juheisa in Menden und die Offene Tür in Meindorf zuständig, der Kinderschutzbund ist weiterhin Träger der Startbahn.

Gespräche über vergleichbares Projekt

Nach der Neustrukturierung müssten sich alle Träger zunächst neu aufstellen, sagte eine Stadtsprecherin zum Ausfall des Projekts. Die Planung für die nächste Mittelalterstadt habe meist direkt nach der Ferienfreizeit begonnen. „Das war für 2020 nicht möglich.“ Derzeit laufen laut Pressestelle jedoch Gespräche zwischen verschiedenen Trägern und dem Sankt Augustiner Jugendamt, um im kommenden Jahr ein vergleichbares Projekt aufzulegen. Ob es sich dabei jedoch weiterhin um eine Mittelalterstadt handeln werde, sei noch offen.

In den vergangenen Jahren haben jeweils rund 120 Mädchen und Jungen am Mittelalterprojekt auf dem Abenteuerspielplatz teilgenommen. 2019 war die Freizeit bereits nach drei Stunden ausgebucht. Viele Kinder waren zum wiederholten Mal dabei.