Nahverkehr in Sankt Augustin: Bussituation in Hangelar wird grundlegend geprüft

Nahverkehr in Sankt Augustin : Bussituation in Hangelar wird grundlegend geprüft

Die Ausweitung des Linienverkehrs hat viele Proteste hervorgerufen. Sankt Augustiner Planungsausschuss will die Bürger künftig stärker beteiligen und neue Varianten entwickeln.

Zu einer Erkenntnis waren am Dienstagabend alle Fraktionen im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss (UPV) der Stadt Sankt Augustin gekommen: Die Ausweitung des Busverkehrs in Hangelar ab dem Fahrplanwechsel am 6. Dezember bringt Probleme mit sich, die die Politiker so vorher nicht bedacht hatten. Denn noch im Juni hatte der Rat die neue Linie 518, die geänderte Führung der 517 sowie die Verlagerung der Endhaltestellen an die Grundschule einstimmig befürwortet.

„Heute sind wir alle schlauer, dass eine Bürgerversammlung zum richtigen Zeitpunkt wichtige Erkenntnisse gebracht hätte“, betonte der Ausschussvorsitzende Marc Knülle. Und so hatte sowohl die CDU als auch das Bündnis aus SPD, Grünen, FDP, Linken und Aufbruch einen Antrag zum Thema Busverkehr in Hangelar eingebracht.

Am Ende setzten alle Fraktionen zusammen ein Zeichen – und einigten sich auf einen gemeinsamen Beschluss. Der Inhalt: Die Bussituation in dem Ortsteil soll einmal grundsätzlich evaluiert werden, dabei sollen auch neue Varianten der Linienführung erarbeitet und geprüft werden. Sie sollen in einer Bürgerinformation vor Ort diskutiert werden. Bis dahin sollen sich bauliche Veränderungen auf das Notwendigste beschränken.

Im Januar soll zudem der Arbeitskreis ÖPNV tagen, in dem die Verwaltung unter anderem Informationen zu möglichen Kosten sowie zur Ermittlung aussagefähiger Nutzerzahlen der einzelnen Buslinien in Sankt Augustin liefert. Aber auch kurzfristig sollen Verbesserungen geprüft werden, etwa durch kleinere oder emissionsärmere Busse.

528 Mal pro Woche durch die Udetstraße

Diesem Beschluss vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Proteste von Bürgern aus Hangelar und eine Unterschriftenaktion, an der sich rund 370 Bürger beteiligt hatten. Sie wenden sich gegen den neuen Fahrplan, der aus ihrer Sicht eine erhebliche Zunahme der Busfahrten durch die Udetstraße und die angrenzenden Straßen mit sich bringt.

Das machte Dieter Bendowski, einer der protestierenden Bürger, auch in der Sitzung nochmals deutlich: Er sieht erhebliche Sicherheitsprobleme vor der Grundschule sowie an der Udet- und Kölnstraße und befürchtet Lärm und Gestank. Künftig würden die Busse 528 Mal pro Woche durch die Udetstraße fahren – und das obwohl die Busse häufig nur spärlich besetzt seien. „Alle Bürger in Hangelar fassen sich sprichwörtlich an den Kopf ob dieser Situation“, sagte Bendowski.

Mit der Fahrplanänderung soll die Buslinie 517 stabiler und pünktlicher werden, erklärte Christoph Groneck vom Rhein-Sieg-Kreis, der gemeinsam mit Nahverkehrsexperte André Berbuir zu Gast war. Zehn Varianten seien geprüft worden, die neue Linienführung sei mit der derzeitigen Situation im Ortskern die Lösung, die sich ergeben habe, ergänzte Groneck.

Da es keinen speziellen Schülerverkehr gebe, müssten auch beide Linien eine Verbindung zur Grundschule haben. Groneck wies zudem darauf hin, dass die Belastung mit zwei bis vier Fahrten pro Stunde im Vergleich zu anderen Orten nicht unüblich sei. „Sonntags fährt gar kein Bus und abends nur bis 19 Uhr.“ Grundsätzlich sei die Linie 517 vor allem morgens und abends stark nachgefragt. „Wir machen solche Sachen nicht im Blindflug“, sagte Groneck.

Linienänderung ab dem 6. Dezember

Mit dem Beschluss kommt der Busverkehr in Hangelar dennoch noch einmal auf den Prüfstand. Für den Fahrplanwechsel kam die Diskussion im Sankt Augustiner UPV allerdings zu spät: Die Linienänderung ab dem 6. Dezember steht fest, ein Jahr werden die Hangelarer in jedem Fall damit zurechtkommen müssen.

Dieter Bendowski kann mit dem Beschluss aber „gut leben“, auch wenn er ab Dezember weiterhin Probleme auf die Bewohner zukommen sieht. „Viele Aspekte, die wir uns gewünscht haben, werden umgesetzt“, sagte er nach der Sitzung. „Ganz wichtig ist, dass wir demnächst beteiligt werden.“ Um das zu erreichen, hatten die Hangelarer auch einen Antrag an den Unterausschuss für Bürgerangelegenheiten gestellt. Am Mittwochabend beschäftigte sich zudem der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Busverkehr in Hangelar. Bendowski: „Ich möchte, dass Bürgermeister Klaus Schumacher zu diesem Thema nach Hangelar kommt.“