Standort Sankt Augustin: Bundespolizei in Hangelar baut um

Standort Sankt Augustin : Bundespolizei in Hangelar baut um

Der Bund will mehrere Hundert Millionen Euro in 20 Jahren in den Standort investieren. Einige Hallen stammen noch aus der Kaiserzeit und werden abgerissen. Bereits im Frühjahr 2019 beginnen die Bauarbeiten.

Seit dem Jahr 2016 laufen die Planungen und Vorbereitungen für den Umbau, Neubau und die Sanierung der Bausubstanz am Standort der Bundespolizei in Hangelar. Im Oktober haben die ersten Rodungsarbeiten begonnen, damit im Frühjahr 2019 die Bagger anrollen können. Wie berichtet, plant die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das 70 Hektar große Areal der Bundespolizei zusammen mit rund 4600 weiteren Liegenschaften des Bundes verwaltet, mehrere Hundert Millionen Euro in den nächsten 20 Jahren in Hangelar zu investieren.

Es sind Investitionen, die am Standort dringend benötigt werden. Auf Anfrage des General-Anzeigers öffneten Bundespolizei und Bima die Pforten zu dem für die Öffentlichkeit gesperrten Sicherheitsgebiet. Ein Gebiet, das sich umfassend wandeln soll: Ein breites Grünband soll die vorhandenen und neu zu errichtenden Gebäude zur Hangelarer Wohnbebauung stärker abschirmen. Dazu werden einige Gebäude und Hallen zurückgebaut, an anderer Stelle dafür neuere, größere und enger zusammengerückte Baukörper entstehen, erklärt ein Bima-Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will, bei einer Führung über das Gelände.

„Es wurde ein Masterplan erarbeitet, der die zukünftige Entwicklung der Liegenschaft darstellt“, erklärt Bima-Sprecher Thorsten Grützner auf die Nachfrage, wie die Umbaupläne im Detail aussehen: „Dieser Plan kann jedoch aufgrund von sicherheitsrelevanten Aspekten der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt werden.“ Wie notwendig die Maßnahmen tatsächlich sind, zeigt eine geführte Rundfahrt über das weitläufige und derzeit verschachtelte Areal, das städtebaulich zu einer Art Campus weiterentwickelt werden soll. Neben neueren Asphaltstraßen gibt es Wege, die aus alten und rissigen Betonplatten bestehen, und es gibt auch einen großen Bereich mit Kopfsteinpflaster an den alten Fahrzeughallen. „Das Pflaster ist teilweise um fünf oder mehr Zentimeter abgesackt“, sagt der Bima-Mitarbeiter: „Das Pflaster und auch einige Hallen stammen noch aus der Kaiserzeit.“

Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen laufen schon

Ehe die im März 1951 gegründete Bundespolizei das Areal bezog, befand sich dort, unweit des Verkehrslandeplatzes Bonn/Hangelar und der Hangelarer Heide, ein Truppenübungsplatz mit einer kleinen Kaserne. Mit neuen Aufgaben kamen neue Gebäude dazu, die meisten in den 1960er und 1970er Jahren und eben dort, wo einst viel Platz war und heute fehlt. Auch daher müsse das Areal „neu geordnet“ werden, so der Bima-Mitarbeiter, der als Beispiel die alte Poststelle zeigt, ein funktionaler Bungalow, der einst als Provisorium errichtet wurde und doch Jahrzehnte der Nutzung überstand. Auch neuere Gebäude würden ersetzt, so der Bima-Mitarbeiter: „Das geschieht nicht heute oder morgen, sondern vielleicht erst in 20 Jahren. Dann sind die Gebäude aber auch 20 Jahre älter.“

Derzeit laufen schon Sanierungsarbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen, die zum Teil ebenfalls aus den 1960er Jahren stammen. Der Startschuss für größere Arbeiten werde im kommenden Jahr fallen, so Bima-Sprecher Grützner: „Die derzeitige Planung sieht vor, dass im Frühjahr die Bauarbeiten beginnen für eine im Nordwesten der Liegenschaft geplante Erschließungsstraße sowie zum Neubau einer Zwingeranlage für Diensthunde.“

Teile der Gebäude momentan nicht nutzbar

Geplant sind auch bauliche Veränderungen im Bereich der Flugflächen und des Flugdienstes der Bundespolizei. Das hatte der Grünen-Landtagsabgeordnete Horst Becker Ende Oktober mit einer Kleinen Anfrage an die NRW-Landesregierung in Erfahrung gebracht. Das Land teilte mit, die zuständige Landesluftfahrtbehörde habe Kenntnis darüber, dass ein förmliches Zulassungsverfahren einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden soll. Der Antrag sei in Vorbereitung. Dazu Grützner: „Die Flugverkehrsflächen werden nicht erweitert. Es wird lediglich eine Hubschrauberhalle auf einer Teilfläche des Flugfeldes entstehen, um die vor Ort stationierten Hubschrauber während der Sanierung der vorhandenen Hubschrauberhallen unterstellen zu können.“ Die angesprochenen baulichen Maßnahmen dienten im Wesentlichen der Aufrechterhaltung, respektive Erneuerung der bereits vorhandenen Infrastruktur für den Flugdienst der Bundespolizei.

Wie der General-Anzeiger aus Kreisen der Bundespolizei erfuhr, seien Teile der Gebäude derzeit nur bedingt oder gar nicht nutzbar, darunter auch der eigene Bundespolizei-Tower, der zurzeit in benachbarten Containern untergebracht sei. Eine Erweiterung der flugbetrieblichen Infrastruktur sei grundsätzlich nicht vorgesehen, verneint Grützner die Nachfrage nach einer möglichen Expansion des Flugdienstes: „Zwischen den genannten Baumaßnahmen und der Quantität des Flugverkehrs besteht daher kein sachlicher Zusammenhang.“