Fußgängerbrücke gesperrt: Brückensperrung in Birlinghoven sorgt für Unmut

Fußgängerbrücke gesperrt : Brückensperrung in Birlinghoven sorgt für Unmut

Anwohner der Rautenstrauchsiedlung in Birlinghoven müssen lange Umwege in Kauf nehmen. Seit Anfang September sind die Fußgängerbrücke zwischen dem Park und der Straße "Am Lauterbach" sowie die Straßenbrücke an der Karl-Hennecke-Straße gesperrt.

"Unzumutbar", "unfassbar", "unerträglich": Es sind deutliche Worte, die viele Bürger und auch Ortsvorsteherin Heike Borowski für die aktuellen Brückenbaustellen im Ortsgebiet von Birlinghoven wählen: Seit Anfang September sind die Fußgängerbrücke zwischen dem Park und der Straße "Am Lauterbach" sowie die Straßenbrücke an der Karl-Hennecke-Straße gesperrt. Abplatzender Beton, freiliegende Bewehrung und andere Schäden müssen unverzüglich repariert werden. Geschehen sollte dies zum 30. September. Gebaut wurde bislang aber kaum.

"Aufgrund der derzeitigen Witterungslage konnten jedoch witterungssensible Arbeiten nicht in der ursprünglich geplanten Abfolge durchgeführt werden", teilte die Stadt nun mit. Weshalb die Sperrungen aufgrund des Herbstwetters bis Ende Oktober verlängert werden - zumindest vorerst. Auf ein genaues Datum wollte sich die Stadt auf Anfrage nicht festlegen.

Mit der Sperrung können zwei der insgesamt fünf für den öffentlichen Verkehr freigegebenen Lauterbach-Brücken in Birlinghoven nicht benutzt werden. Es seien zwei der wichtigsten Brücken, erklärt Ortsvorsteherin Heike Borowski: "Die Anwohner der gesamten Rautenstrauchsiedlung sind im Moment vom Rest des Dorfes abgeschnitten. Man kommt von der Siedlung zu Fuß nicht ins Dorf, nicht zu Ärzten, zum Kindergarten oder zum Nahversorger. Für ältere Leute ohne Auto oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das auf Dauer eine Zumutung."

So waren die Wege bislang von der Rautenstrauchstraße zur Apotheke und zu den Ärzten etwa 175 bis 200 Meter kurz. Jetzt sind sie deutlich länger und komplizierter. Die offiziell ausgeschilderte Umleitung führt durch den Park über Stufen an einen schmalen Gehweg an der Pleistalstraße, der nach wenigen Metern an einer steilen Treppe zur Straße "Am Lauterbach" mündet. Wer die Treppe nicht schafft, könnte über einen schmalen Weg knapp 80 Meter über einen schmalen Bordstein bis zur Bushaltestelle an der Pleistalstraße balancieren, wo der Gehweg breiter wird.

Der sichere Umweg für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist einen Kilometer länger, kreuzt zweimal die starkbefahrene Pleistalstraße sowie die Schloßstraße. "Ohne Auto hat man das Gefühl, auf einer Insel zu leben", sagt Anwohnerin Christel Winter aus der Rautenstrauchstraße, die sich an den General-Anzeiger gewandt hat. Selbstverständlich habe sie Verständnis für die Reparaturen. Ihre Kritik, mit der sie in der Nachbarschaft nicht alleine dastehe, richte sich gegen die Art und Weise der städtischen Kommunikation. Der zuständige Sachbearbeiter sei sehr abweisend gewesen, sagt Winter, und seine Informationen hätten den Hinweisschildern vor Ort und den Aussagen der Bauarbeiter widersprochen: "Ich fühle mich von vorne bis hinten belogen."

Tatsächlich wurde und wird seit der Sperrung der Brücken nur sporadisch gearbeitet, bestätigt die Stadt die Beobachtungen der Anwohner und der Ortsvorsteherin: Einige Arbeiten seien nur bei guter Witterung möglich. Am verregneten Mittwoch und auch am gestrigen Donnerstag wurde an der Karl-Hennecke-Straße indes gebaut. An der Baustelle im Park haben sich bereits Spinnweben zwischen den angrenzenden Hecken und den massiven Absperrgittern ausgebreitet.

"Es ist wirklich ärgerlich, dass wochenlang keine Arbeiten stattgefunden haben", kritisiert die Ortsvorsteherin und befürchtet, die Sperrungen könnten sich über den Oktober hinaus weiter in die Länge ziehen. Anwohner wollen erfahren haben, dass die Wiedereröffnung erst dann erfolge, wenn beide Lauterbach- und eine benachbarte Pleisbachbrücke fertig saniert seien. Erst dann käme ein Subunternehmer, um alle drei Brücken gleichzeitig zu asphaltieren, was für die Wiedereröffnung notwendig sei. Ein Gerücht, das auch Ortsvorsteherin Heike Borowski kennt, aber weder bestätigen noch dementieren kann: "Selbst ich bekomme keine genauen Informationen von der Stadt. Die Kommunikation ist wirklich schlimm."

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