Gefängnisstrafe: Bei Einbruch in Turnhalle gefilmt

Gefängnisstrafe : Bei Einbruch in Turnhalle gefilmt

Zu viele Spuren hat ein 33-Jähriger hinterlassen, der binnen eines Monats in Bonn und Sankt Augustin fünf Autos aufgebrochen hat und in eine Turnhalle eingestiegen ist.

Der Mann, der sich jetzt vor dem Schöffengericht verantworten musste, war unter anderem festgenommen worden, nachdem ihn ein Zeuge bei einem Einbruch in die Turnhalle einer Schule in der Nähe des Hofgartens mit seinem Handy gefilmte hatte.

Die Folge der Straftaten: Wieder einmal wurde der drogenabhängige und mehrfach einschlägig Vorbestrafte zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Diesmal sprach ihn das Schöffengericht des schweren Diebstahls in sechs Fällen und des Computerbetrugs schuldig und verhängte 21 Monate Haft. Verurteilt wurde der Intensivtäter, nachdem er zwischen dem 3. März und 6. April immer wieder die Seitenscheiben von Autos mit Steinen eingeschlagen hatte.

Die in den Wagen gefundenen Wertgegenständen versilberte der Mann, um sich von dem Geld Drogen kaufen zu können. Bis zu 90 Euro am Tag gab der 33-Jährige anscheinend für Cannabis und Speed aus.

Der Beutezug durch die Region brachte dem Drogenabhängigen teilweise eine ordentliche Beute ein. Mal fand er in den Autos 150 oder 250 Euro, und aus der Turnhalle ließ er eine transportable Musikanlage mitgehen. Besonders geschädigt wurde eine Frau, die in Bonn ihre Handtasche samt Geldbörse im Fahrzeug hatte liegengelassen: Da der Dieb die Geheimnummer ihrer EC-Karte im Portemonnaie fand, hob er bei drei Abbuchungen insgesamt 1300 Euro vom Konto der Frau ab. Sein Versuch, auch vom Konto eines weiteren Opfers Geld abzuheben, scheiterte hingegen.

Dass er sich - stets an demselben Geldautomaten - eine Kapuze über den Kopf zog, half dem 33-Jährigen nicht: Sein Gesicht war auf den Fotos der Überwachungskamera dennoch gut zu erkennen. Daher konnten die Ermittler den mutmaßlichen Täter schnell identifizieren und am 8. April festnehmen. In seiner Wohnung stellten Beamte einen Teil des Diebesguts aus den Autoaufbrüchen sicher.

Derzeit sitzt der Mann eine weitere Haftstrafe ab: Zuletzt wurde er für 14 Monate ins Gefängnis geschickt - unter anderem wegen Schwarzfahrens. Obwohl der Angeklagte bereits mehrfach Therapien abgebrochen hat, hofft er, doch noch von den Drogen loszukommen: Im August soll eine stationäre Therapie beginnen, deren Dauer auf die Haftstrafe angerechnet werden kann.