Asklepios Klinik in Sankt Augustin: Ärzte schicken offenen Brief an Gesundheitsminister

Asklepios Klinik in Sankt Augustin : Ärzte schicken offenen Brief an Gesundheitsminister

Vereine und Ärzte wenden sich in einem offenen Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er soll sich persönlich für den Erhalt des Hauses einsetzen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann soll kurzfristig den Fortbestand der Kinderklinik in Sankt Augustin sichern und ein nachhaltiges Konzept für die langfristige Sicherung erstellen. Das fordern Vereine, die in der Kinderklinik gemeinnützig tätig sind, in einem offenen Brief. Unterzeichnet ist der Brief, der am Mittwoch an den Minister gerichtet war, vom Verein zur Förderung der Kinderklinik und des Deutschen Kinderherzzentrums Sankt Augustin, von der Elterninitiative krebskranker Kinder Sankt Augustin, vom Förderverein Kinderklinik, vom Bunten Kreis Rheinland sowie von sieben Ärztinnen und Ärzten aus der Asklepios Klinik.

Wie berichtet, plant der Asklepios-Konzern die Schließung des Krankenhauses. Die Unterzeichner des offenen Briefes führen dem Minister vor Augen, dass die Kinderklinik für eine „über die Grenzen des Rhein-Sieg-Kreises hinaus bekanntgewordene Kinder und Jugendmedizin“ stehe. „In der Grund- und Spitzenversorgung junger Patienten ist die Kinderklinik bislang alternativlos“, heißt es weiter.

Mehrere Stunden Wartezeit in der Ambulanz

Der Weggang von Fach- und Führungskräften an das Bonner Uniklinikum sei für die Kinderklinik in der Kürze der gebotenen Zeit nicht zu kompensieren. „Dadurch wird nicht nur der Fortbestand einzelner Abteilungen gefährdet, sondern das medizinische Portfolio eingeschränkt und auch die wirtschaftliche Stabilität der Kinderklinik in massive Schieflage gebracht“, so die Fördervereine und Ärzte. Sie weisen darauf hin, dass die Wartezeit in der Notfallambulanz heute bereits mehrere Stunden betrage. Der kinder- und jugendmedizinische Bedarf lasse sich durch die Kliniken in Bonn und Köln und durch niedergelassene Kinderärzte nicht decken.

Im offenen Brief sprechen die Initiatoren auch die massiven Verkehrsprobleme in der Region an. Die Sanierung der Bonner Nordbrücke und die Vorbereitungen am Tausendfüßler der A 565 machten es bereits jetzt unmöglich, mit einem akut erkrankten oder verletzten Kind die Bonner Unikliniken zeitnah zu erreichen.

Die Fördervereine weisen auch darauf hin, dass sich neben den über 850 Mitarbeitern, die hier mit überwiegend kurzen Pendlerwegen einer Beschäftigung nachgehen, in und rund um die Kinderklinik „ein in der Region einmaliges Netzwerk des ehrenamtlichen und sozialen Engagements etabliert hat“. Die Vereine akquirieren nach eigenen Angaben hohe Spendensummen von Unternehmen und Privatpersonen. Mit der Schließung der Kinderklinik würde das regionale Netzwerk des ehrenamtlichen Engagements ersatzlos wegfallen, heißt es an den Minister.

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