Kommentar zur Asklepios Kinderklinik: Abgestimmtes Konzept

Kommentar zur Asklepios Kinderklinik : Abgestimmtes Konzept

Die Diskussion das Kinderherzzentrum in Sankt Augustin geht weiter. GA-Redakteurin Bettina Köhl mahnt: Einigkeit zwischen Uniklinik, Asklepios und dem Land NRW ist wichtig für die Region als Ganzes.

Schuld sind immer die anderen: Diese Haltung scheint sich die Asklepios Klinik in Sankt Augustin konsequent zu eigen gemacht zu haben. Konkrete Fragen zur Mitarbeitersituation und zur Bezahlung, zu Gewinnen und Investitionen werden nicht beantwortet. Stattdessen schickt die Presseabteilung eine ausschweifende Abhandlung zur Ungleichbehandlung durch das Land NRW. Während Asklepios der Bonner Uniklinik und dem Land unfaires Verhalten vorwirft, werden immer mehr Stimmen von Mitarbeitern laut, die sich selbst unfair behandelt fühlen. Frei erfunden kann das alles nicht sein, sagt der gesunde Menschenverstand.

Der Gesundheitsstandort ist eine wichtige Säule des erfolgreichen Strukturwandels nach dem Bonn/Berlin-Beschluss. Betrachtet man die gesamte Region, ist es unerheblich, ob die renommierten Experten in Bonn oder Sankt Augustin an winzigen Kinderherzen operieren. Der Standort hat seine Höhen und Tiefen erlebt: Im Jahr 2001, als Asklepios dem Gesundheitskonzern Fresenius die heruntergewirtschaftete Augustiner Klinik vor der Nase wegschnappte, war sogar von einer möglichen Schließung der Bonner Unikinderklinik zugunsten von Sankt Augustin die Rede. Auch heute ist ein tragfähiges Konzept nur in Abstimmung mit Bonn, statt mit Konfrontation, denkbar.

Für die Stadt Sankt Augustin ist die Zukunft der Klinik eine wichtige politische Frage, die schnell mit dem Land diskutiert werden muss. Der Konzern droht bereits Schließung an. In einem hat Asklepios recht: Das Land, das die fehlende Bedarfsplanung bei den Kinderherzzentren einfach auf die Vorgängerregierung schiebt, muss endlich Klarheit schaffen, wie Wissenschaft und Gesundheitsversorgung in der Region künftig aufgestellt werden sollen.

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