Städtebau in Sankt Augustin

Umbau der Marktplatte in Sankt Augustin wird teurer

Die Kosten für die Umgestaltung des Karl-Gatzweiler-Platzes in Sankt Augustin sind gestiegen.

Die Kosten für die Umgestaltung des Karl-Gatzweiler-Platzes in Sankt Augustin sind gestiegen.

Sankt Augustin. Die Kosten für den Umbau des Karl-Gatzweiler-Platzes im Sankt Augustiner Zentrum steigen um rund 550.000 Euro. Hintergrund sind auch Statik-Probleme. Deshalb müssen zusätzliche Zwischendecken eingezogen werden.

Der Umbau des Karl-Gatzweiler-Platzes in Sankt Augustin wird teurer als geplant. Rund 550 000 Euro zusätzlich benötigt die Stadt, um die Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Bislang waren Kosten in Höhe von gut 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Laut dem Ersten Beigeordneten Rainer Gleß resultiert die Erhöhung etwa aus der allgemeinen Baukostensteigerung der vergangenen zwei Jahre, aber auch aus Problemen in der Statik. So seien zusätzliche Zwischendecken einzuziehen und Änderungen des Materials von Pflanzkübeln und des Belagsaufbaus nötig, teilte die Verwaltung dem Zentrumsausschuss mit, der am Mittwoch in einer Sondersitzung tagte. Das habe sich bei einem genaueren Blick in die Zwischendecke vor dem Huma-Einkaufspark gezeigt.

Wie berichtet, soll die Marktplatte zwischen Mewasseret-Zion-Brücke und Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ein neues, einheitliches Pflaster erhalten. Die obere Platzebene am Huma soll in ihrer Größe etwa verdoppelt werden, eine Treppe mit breiten Sitzstufen ersetzt das bisherige Geländer. Der Wasserlauf bleibt erhalten, der untere Brunnen wird jedoch verkleinert und verlegt. Der Spielplatz rückt vor das Ärztehaus. Das Projekt ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Vom Land hat die Stadt bereits eine Förderzusage erhalten.

„Wir haben in den letzten Wochen massiv daran gearbeitet, wie wir die Kostenerhöhung finanziell gestemmt bekommen“, sagte Gleß. Die Lösung: Die Umgestaltung soll in zwei Phasen erfolgen. Der erste Abschnitt umfasst die Marktplatte und die Mewasseret-Zion-Brücke. Dort sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen und bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Da bereits dieser Teil über den 2,5 Millionen Euro liegt, möchte die Stadt andere ISEK-Mittel umschichten. Für den zweiten Abschnitt – die Randbereiche hin zur KAS – will die Stadt einen neuen Förderantrag in Höhe von 400 000 Euro stellen. „Das ist mit dem Fördergeber abgestimmt“, so Gleß. „Trotz aller Kostensteigerungen können wir die Maßnahme mit gutem Gewissen realisieren.“

Das sahen die Grünen anders. „Wir stehen jetzt vor einer Kostensteigerung von 18 Prozent“, sagte Martin Metz. „Wir halten so eine Maßnahme für einen Platz, der nicht der allerälteste ist, weiterhin für die falsche Prioritätensetzung.“ Die Grünen hatten bereits im Dezember 2017 gegen die Umgestaltung gestimmt, weil sie steigende Kosten befürchteten. Die anderen Fraktionen stellten sich am Mittwoch hinter die Planung. Bei zwei Gegenstimmen der Grünen-Fraktion beauftragte der Zentrumsausschuss damit die Verwaltung, den ersten Bauabschnitt auszuschreiben.

Eine heftigere Debatte löste das Thema Radfahren auf der Marktplatte aus. Dazu lagen zwei Anträge vor. Einer von der CDU-Fraktion, die Radfahren auf der oberen Ebene vor dem Huma nach der Umgestaltung nicht mehr erlauben möchte. Claudia Feld-Wielpütz brachte dazu im Laufe der Diskussion als mögliche Alternativen auch ein temporäres Fahrverbot oder eine Radführung über die untere Ebene ins Spiel. Der zweite Antrag kam von SPD, Grünen und FDP. Sie möchten das Radfahren weiter gestatten, allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit.

Laut CDU ist eine Radfahrmöglichkeit in solcher Nähe zur Außengastronomie mit einem gewissen Risiko für die Verkehrsteilnehmer verbunden. Diese Meinung vertrete, so die CDU, auch der neue Huma-Centermanager Alexandros Papadopoulos, der sich mit Hinweis auf die Aufenthaltsqualität und die Problematik von kreuzendem Radverkehr am Haupteingang klar gegen Radverkehr auf dem Abschnitt ausgesprochen habe.

SPD, Grüne und FDP verwiesen hingegen darauf, dass der Mischverkehr von Radfahrern und Fußgängern bereits jetzt funktioniere. Und auch die Schulpflegschaft des Rhein-Sieg-Gymnasiums bitte darum, den Radverkehr zu belassen, so Gerhard Schmitz-Porten (SPD). Der Ausschuss sprach sich ebenfalls für das Befahren der Marktplatte aus.

Die Entscheidung noch einmal zu vertagen, wie es die CDU beantragte, lehnte der Ausschuss ab. Bei sieben Nein-Stimmen der Christdemokraten beschlossen die Mitglieder schließlich, das Radfahren auch künftig zu erlauben. Diese Regelung soll nach einiger Zeit unter die Lupe genommen und, sofern nötig, angepasst werden.