Marode Brücke über die Sieg

Ein Denkmal wartet auf den Abriss

Eine seltene Konstruktion ist die Melanbogenbrücke. Sie verbindet Menden mit dem Troisdorfer Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte.

Eine seltene Konstruktion ist die Melanbogenbrücke. Sie verbindet Menden mit dem Troisdorfer Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte.

Sankt Augustin. Neubau der Melanbogenbrücke über die Sieg zwischen Sankt Augustin-Menden und Troisdorf-Friedrich-Wilhelms-Hütte beginnt frühestens 2020. Kosten sollen bei neun Millionen Euro liegen.

Da wird noch einiges an Wasser die Sieg hinunterfließen, bis eine neue Brücke den Sankt Augustiner Ortsteil Menden mit dem Troisdorfer Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte verbindet. „Ich rechne nicht damit, dass der Baubeginn vor 2020 sein wird“, sagt Timo Stoppacher vom Landesbetrieb Straßen NRW auf GA-Anfrage. Derzeit sei der Landesbetrieb in Gesprächen mit den betroffenen Kommunen Troisdorf und Sankt Augustin. Zunächst werde es eine frühe Bürgerbeteiligung im Rahmen einer Informationsveranstaltung geben. Dort würden die Pläne vorgestellt, die einvernehmlich mit den betroffenen Städten erarbeitet worden seien. Danach müsse ein reguläres Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Schon seit 2006 ist die historische Melanbogenbrücke, die ihren Namen dem österreichischen Konstrukteur und Ingenieur Josef Melan verdankt, für Lastwagen über 14 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. Die Abrissgenehmigung für das Denkmal liegt zwischenzeitlich vor. Jetzt gilt es, den Abriss umweltverträglich in dem FFH-Gebiet (Fauna, Flora, Habitat) zu gestalten. Das werde nicht einfach, heißt es aus dem Landesbetrieb. Die alte Brücke muss dazu komplett eingerüstet werden. Das Gerüst wird dann mit Tüchern bespannt, damit kein Bauschutt in die Sieg gelangt.

1929 wurde die Brücke über die Sieg eingeweiht. Ein Jahr vorher ist jedoch das gesamte Bauwerk wegen eines Konstruktionsfehlers in die Sieg gestürzt. 1945 wurde die Brücke gesprengt und nach alten Plänen wieder aufgebaut.

Eine Sanierung der alten Brücke kommt nicht in Betracht, weil das dem Land zu teuer ist. Angesichts erster Planungen im Jahr 2011 ist man im Fall einer Sanierung von Kosten in Höhe von rund neun Millionen Euro ausgegangen. Die Sanierung hätte zudem auch zur Folge gehabt, dass weiterhin keine Lastwagen mehr über die Brücke fahren dürften, weshalb dieser Gedanke seinerzeit verworfen wurde. Das trifft insbesondere die Fahrzeuge der Mannstaedt-Werke und der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG), die seit 2006 den Umweg über den Willy- Brandt-Ring nutzen.

Die Kostenschätzung für den Abriss der alten und den Bau einer neuen Brücke an selber Stelle beliefen sich 2014 noch auf rund fünf Millionen Euro. Die aktuellen Schätzungen des Landesbetriebs liegen heute jedoch wesentlich höher, nämlich bei rund neun Millionen Euro für Abriss und Wiederaufbau der Brücke. Ob die alten Pfeiler oder Fundamente an der Stelle stehen bleiben und weiter genutzt werden können, will der Landesbetrieb im Zuge der Rückbauarbeiten prüfen.

Im April werden die Fachleute in den Planungsausschüssen Sankt Augustin und Troisdorf zu Gast sein und dann auch die Terminierung der Bürgerbeteiligung abstimmen.