Pater Devis geht nach Bayern

Beliebter Seelsorger verlässt Sankt Augustin

Abschied: Pater Devis, hier bei der Vorstellung seines Buches, verlässt das Rheinland.

Abschied: Pater Devis, hier bei der Vorstellung seines Buches, verlässt das Rheinland.

SANKT AUGUSTIN. Als er vor sechs Jahren nach Sankt Augustin kam, fiel Pater Devis die Eingewöhnung schwer. Inzwischen hat er die Menschen im Seelsorgebereich ins Herz geschlossen. Dennoch nimmt er jetzt seinen Abschied.

Am 1. Oktober 2011 trat Pater Devis Don Wadin seinen Dienst als Pfarrvikar im katholischen Seelsorgebereich in Sankt Augustin an. Sechs Jahre später heißt es Abschied zu nehmen: Der beliebte Geistliche wird Leitender Pfarrer im Pfarrverband Obersendling-Waldfriedhof, circa neun Kilometer vom Münchner Zentrum entfernt. Zusammen mit einer Gemeindereferentin, einem Kaplan und einem Steyler Pater wird er dann rund 9000 Katholiken betreuen.

Wieder eine Herausforderung für den aus Indonesien stammenden Steyler Missionar, der nach seiner Priesterweihe im Jahr 2000 rund elf Jahre in Oberschwaben verbrachte, bevor er nach Sankt Augustin kam. „Das war eine große Umstellung“, erinnert er sich. Schließlich stand er im Rheinland vor acht Gemeinden mit rund 22 000 Katholiken, viel mehr als im überschaubaren Oberschwaben.

Der Provinzial lehnte damals seine Versetzung ab

Es sei nicht leicht gewesen, gesteht der 46-Jährige, er habe schon nach drei Jahren an einen Wechsel gedacht und den damaligen Provinzial Pater Ralf Huning um seine Versetzung gebeten. Im Nachhinein sei er dankbar, dass Huning dagegen war. „Hier braucht man einfach mehr Zeit“, sagt der Pater heute. „Ich möchte meine Gemeindemitglieder kennenlernen – laden Sie mich bitte ein“, bat er die Menschen in Sankt Augustin. Schließlich wollte er die Gläubigen auch außerhalb von Tauf-, Hochzeits- oder Trauergesprächen erleben und an ihrem Alltag teilhaben. „Ich lebe von den Begegnungen“, sagt Pater Devis.

Viele erzählten ihm von ihrem Leben, von Freud und Leid. Das sei eine große Hilfe für die Predigten gewesen. „Viele fühlen sich dann eher angesprochen.“ Auch sonst hinterlässt der Seelsorger Spuren in Sankt Augustin: Eng verbunden ist sein Name mit der Stiftung „Salzkorn“, die Hilfsprojekte in Indonesien unterstützt. Auf Studienreisen brachte der Pater Sankt Augustinern seine Heimat nahe. 2016 veröffentlichte er ein Buch: „Wie eine Kokosnuss im weiten Meer – Als Migrant und Priester in Deutschland“.

Abschiedsmesse Anfang November

Mit dem Angebot, nach München zu gehen, hatte der Pfarrvikar nach eigener Aussage nicht gerechnet. „Es kam unerwartet, und ich habe um Bedenkzeit gebeten.“ Sein Münchner Vorgänger ist mit 64 Jahren gestorben. Provinzial Pater Martin Üffing traute ihm die Aufgabe zu und überzeugte ihn. „Es ist im Leben so, dass man an seiner Verantwortung wachsen kann“, sagt Pater Devis. „Ich gehe mit der Zuversicht, dass ich Menschen finde, die ihrem Glauben ein Gesicht geben.“

Die Menschen, die er traf, hätten ihn immer unterstützt und noch nie enttäuscht, blickt er zurück. An den Sankt Augustinern schätze er die Offenheit. „Sie haben mein Signal verstanden mich einzuladen. Das hat mir total gut getan.“ Er verstehe es, dass viele Gemeindemitglieder sein Weggehen bedauern. Einige Briefe hat der Geistliche bereits erhalten. Aber: Schließlich sei München nicht aus der Welt, und über Besuche aus dem Rheinland freue er sich.

Zum Abschied von Pater Devis aus dem katholischen Seelsorgebereich wird am Sonntag, 5. November, um 9.30 Uhr eine Messe in der Mülldorfer Pfarrkirche Sankt Mariä Heimsuchung gefeiert.