Standort in Sankt Augustin: 350 neue Mitarbeiter für die Bundespolizei

Standort in Sankt Augustin : 350 neue Mitarbeiter für die Bundespolizei

Bundespolizei-Präsident Wolfgang Wurm hat beim Neujahrsempfang Verstärkung am Standort Sankt Augustin angekündigt. 350 neue Mitarbeiter werden in diesem Jahr die Kollegen dort verstärken.

Die Bundespolizei bekommt in diesem Jahr am Standort Sankt Augustin 350 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Nachricht konnte Wolfgang Wurm, Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, am Donnerstagabend den 450 Gästen des Neujahrsempfangs überbringen. Wie berichtet, wird außerdem in die Liegenschaften auf dem Areal in Hangelar investiert. Mehr Material, mehr Personal, mehr Sicherheit – so lautete die Botschaft für das neue Jahr.

Die Bundespolizei war bereits zum fünften Mal im Kloster der Steyler Missionare zu Gast. „Die Bundespolizei konnte sich im zurückliegenden Jahr erneut verlässlich und wirksam in die Sicherheitsleistungen einbringen. Und dies vor allem auch Dank eines engen Zusammenwirkens mit unseren behördlichen und unternehmerischen Sicherheitspartnern – national, wie international“, sagte Wurm.

Unter den Gästen aus Politik und Behörden waren unter anderem die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa, Sankt Augustins Bürgermeister Klaus Schumacher und Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Bundespolizei versteht sich als Teil eines „Teams für Sicherheit“.

"Team of Teams"

Das unterstich auch Olaf Lindner, Leiter der Bundespolizeidirektion 11, in seinem Grußwort. Der ehemalige Leiter der GSG 9 berichtete über die Arbeit der 2017 in Berlin eingerichteten neuen Bundespolizeibehörde, in der alle Spezialkräfte gebündelt und unter einheitlicher Führung zusammengefasst sind. Die Behörde verstehe sich als „Team of Teams“, insbesondere bei der Bekämpfung von Schwerstkriminalität und Terrorismus, erklärte Lindner: „Wir wollen die Bundespolizei in die Lage versetzen, komplexe Szenarien zuverlässiger zu bewältigen.“ Die Spezialkräfte hätten vorher alleine hervorragend funktioniert, „aber nicht immer im Zusammenwirken“.

Die Bundespolizei sorgt unter anderem für die Sicherheit an Flughäfen und Bahnhöfen. Hier kündigte Lindner an, dass die Kontroll- und Streifenbeamten, die bei möglichen Terroranschlägen in der Regel als erste vor Ort wären, besser auf die Versorgung von Opfern und Kollegen vorbereitet werden.

Auch die Experten für Bombenentschärfungen sollen sich bundesweit professioneller aufstellen. „Anschlagsmechanismen werden aus den Krisengebieten in die Mitte Deutschlands transportiert, und die Aufgaben werden technisch immer komplexer“, berichtete Lindner. Eine weitere Arbeitsgruppe werde sich mit Drohnen beschäftigen. „Ein Phänomen, mit dem sich die Sicherheitsbehörden intensiv befassen müssen“.

Wolfgang Wurm geht in den Ruhestand

Nach Angaben des Präsidenten ist es sinnvoll, dass die neue Direktion 11 mitten in Berlin arbeitet, „weil sich wichtige Partnerbehörden in unserer Nähe befinden“. Dazu zählte er unter anderem den Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz und die Bundeswehr.

Für Wolfgang Wurm, der die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin seit 2013 geleitet hatte, war es der letzte Neujahrsempfang. Er geht am 31. Mai in den Ruhestand. Wer seine Nachfolge antritt, steht noch nicht fest.

In der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin arbeiten zurzeit rund 3500 Mitarbeiter. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Überwachung der Grenzen zu den Niederlanden und Belgien, die Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an den Flughäfen und die Kontrolle der Bahnanlagen des Bundes. Sie gewährleisten auch den Schutz des zweiten Amtssitzes des Bundespräsidenten, der Villa Hammerschmidt in Bonn. Die Spezialeinheit GSG 9 hat in Sankt Augustin ebenso ihren Sitz wie die Bundespolizei-Fliegergruppe mit ihrer Luftfahrerschule für den Polizeidienst. Insgesamt arbeiten sechs eigenständige Dienststellen am Standort Hand in Hand.

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