GA-Serie "Augustiner Köpfe": 24-jährige Lisa S. engagiert sich für Jugendliche

GA-Serie "Augustiner Köpfe" : 24-jährige Lisa S. engagiert sich für Jugendliche

Sie ist aktiv für Kinder und Jugendliche in Sankt Augustin: Die 24-Jährige Lisa Schimmelpfennig engagiert sich als Jugendleiterin der Messdienerschaft Sankt Maria Königin.

Wenn sich die Kinder ihrer Jugendgruppe im Klettergarten von Baum zu Baum hangeln, ist Lisa Schimmelpfennig mittendrin statt nur dabei. Klettergurt umgeschnallt und los geht die gemeinsame Abenteuertour durch das Geäst. Die 24-Jährige legt selten die Hände in den Schoß.

Hier in Sankt Augustin ist sie fest verwurzelt. Obwohl sie in Köln, Bielefeld und Paris studiert hat, kommt sie immer wieder hierhin zurück. Im vergangenen Jahr wurde sie zur zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtjugendrings gewählt. Die aufgeweckte Jugendleiterin der Messdienerschaft in Sankt Maria Königin möchte die Interessen der Jugendverbände in der Stadt vertreten.

Seit etwa zehn Jahren organisiert sie für Kinder und Jugendliche jeden Alters Ausflüge und leitet Freizeiten. Eine Aufgabe, die ihr einiges an Zeit abverlangt, aber vor allem viel Freude bereitet. „Ich will Kindern das ermöglichen, wovon ich in meiner Jugend dank anderer Jugendleiter profitieren konnte.“

Damals habe sie sich in der Gemeinschaft der Ministranten direkt wohlgefühlt. Als Tochter eines evangelischen Vaters und einer katholischen Mutter spielten konfessionelle Unterschiede für sie kaum eine Rolle. Und so ging sie während des Besuchs der evangelischen Grundschule zur Kommunion und lernte die Messdiener kennen.

Sie erinnert sich gerne an die anstrengenden, aber auch unglaublich lustigen Proben für das Messdiener-Kabarett in der Gemeinde. Ein Projekt, das die Gruppe noch mehr zusammenschweißte. Der Erfolg war so groß, dass teilweise bis zu 50 Kinder und Jugendliche mitmachten und „Minis & Friends“ sogar zu Gastspielen nach München oder Lörrach reisten. Warum sie dort mitmachte? „Was wäre das Leben denn ohne Humor?“, antwortet sie lachend. Wer Lisa Schimmelpfennig kennt, weiß, dass das eines ihrer Lebensmottos ist. In ihrer Gegenwart kommt das Lachen nicht zu kurz, oft hat sie humorvolle Bemerkungen und schlagfertige Kommentare parat.

Die Freude, die sie damals empfand, will sie den Kindern heute mitgeben. Und das nicht nur in der Messdienerarbeit. Als Reiseleiterin im Pädagogischen Austauschdienst, einer Einrichtung der Kultusministerkonferenz, plant die angehende Lehrerin vierwöchige Reisen für Schüler aus aller Welt durch Deutschland. „Es ist spannend zu erleben, welche Fragen Jugendliche stellen, die beispielsweise aus Usbekistan oder Benin kommen“, erzählt sie. Auch für sie persönlich eröffnen diese Reisen immer wieder neue Perspektiven und Blickwinkel. Das konnte sie selbst bereits während ihrer Auslandssemester in Paris lernen.

Als angehende Französischlehrerin hat sie ihre Leidenschaft besonders in der romanischen Sprache gefunden und brachte in Paris neben dem Studium französischen Schülern die deutsche Sprache näher. Die Zeit in Frankreich war für sie besonders wichtig, weil man im Leben auch immer etwas Neues erfahren müsse, betont sie. „Man kann eigentlich keine Fremdsprache unterrichten, ohne im Land der Sprache gelebt zu haben. Und dann noch zu erleben, wie es ist, wenn andere die eigene Muttersprache lernen, ist sehr spannend.“

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sei vielseitig, so die junge Studentin. „Es kommen immer neue Kinder dazu, und sie haben immer ein anderes Alter.“ Dadurch verliere sie auch nie ihre Motivation, weiterzumachen. Manchmal sei Verbandsarbeit auch beschwerlich. Besonders, weil heute immer weniger Kinder Zeit fänden, an regelmäßigen Aktivitäten teilzunehmen. „Wenn man immer nur im gleichen Setting, also der Schule, unterwegs ist, lernt man wenig Leute kennen, die aus einem anderen Umfeld kommen“, so Schimmelpfennig. Da komme dann der Stadtjugendring ins Spiel, der sich sowohl für die Kinder und Jugendlichen in der Stadt als auch für die Verbände einsetze. „Wir müssen die Verbandsarbeit stärken und die Kinder und Jugendlichen aktiv ansprechen, wenn wir eine Veränderung wollen.“

Wie üblich kommt Zurücklehnen für sie nicht infrage. „Wenn man sich beschwert, muss man eben selbst etwas machen“, lautet ihr Fazit.

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