In Sankt Augustin getötet

17-Jährige in Neuwied beigesetzt

Vor der kommunalen Unterkunft wurden Blumen und Kerzen aufgestellt.

Vor der kommunalen Unterkunft wurden Blumen und Kerzen aufgestellt.

Sankt Augustin/Bonn. Die Polizei sucht weiter nach dem Handy der in Sankt Augustin getöteten 17-Jährigen. Das Opfer ist am Donnerstag auf dem muslimischen Teil des Friedhofs in Neuwied beigesetzt worden.

Das in Sankt Augustin getötete Mädchen ist am Donnerstag in Neuwied beigesetzt worden. „Etwa 200 bis 250 vor allem junge Trauergäste waren da“, sagte der Bürgermeister ihres nahen Heimatstädtchens Unkel, Gerhard Hausen (SPD). Die 17-Jährige sei im muslimischen Teil des Friedhofs bestattet worden. „Ein muslimischer Geistlicher hat gesprochen“, ergänzte Hausen. „Die Polizei war anwesend, hat sich aber sehr zurückgehalten.“ Die Beerdigung sei ruhig verlaufen.

Trotz intensiver Ermittlungen sind noch nicht alle persönlichen Gegenstände der Jugendlichen aufgetaucht, die am Sonntag tot in einer Unterkunft in Sankt Augustin gefunden wurde. Ein 19-jähriger Bewohner ist als Tatverdächtiger wegen Totschlags in Untersuchungshaft. Der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender bestätigte am Donnerstag, dass noch nach dem Handy der jungen Frau gesucht werde.

Eine Einsatzhundertschaft der Polizei hatte am Mittwoch das Gelände zwischen der Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkunft in Menden und dem einige Hundert Meter entfernten Pappelteich an der A 59 durchkämmt, der bei dem Tötungsdelikt eine Rolle spielt. Spaziergänger hatten dort Kleidung und eine Tasche des Opfers gefunden.

„Das Absuchen des Teichs ist bislang erfolglos geblieben“, berichtete Faßbender. Zurzeit werde geprüft, ob der Teich ausgepumpt werden kann. Wann das stattfinden soll und ob es überhaupt dazu kommt, war am Donnerstag noch nicht entschieden. Polizei und Feuerwehr brauchen etwas Vorlauf, sodass vor dem Wochenende nicht mehr mit einer Pumpaktion zu rechnen ist. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagte der Oberstaatsanwalt. Neue Details wollte er nicht nennen. Der 19-Jährige und die 17-Jährige, die sich offenbar erst am Freitag in einer Shisha-Bar kennengelernt hatten, sollen in der Unterkunft in Streit geraten sein. Wie die 17-Jährige dort starb, ist noch nicht bekannt. Der Tatverdächtige hatte zwar Angaben gemacht. Die sind laut Faßbender jedoch „hochgradig überprüfenswert“, es gebe einen „massiven Klärungsbedarf“.

Bewohner bleiben in Unterkunft

Das Zimmer des 19-Jährigen in der Unterkunft war am Donnerstag noch versiegelt. Die Tatörtlichkeit sei noch nicht wieder freigegeben, so die Staatsanwaltschaft. Die Stadt Sankt Augustin hatte den Bewohnern des Heims für Obdachlose und Flüchtlinge angeboten, in andere Unterkünfte umzuziehen. Zurzeit sind 39 der 120 Plätze in Menden belegt. „Es gibt niemanden, der ausgezogen ist oder ausziehen möchte“, sagte Eva Stocksiefen, Pressesprecherin der Stadt Sankt Augustin, dem GA.

In der Unterkunft sind Personen unterschiedlichen Alters und auch einzelne Familien untergebracht. Diese Mischung hat sich laut Stocksiefen bewährt, es habe bisher keine Probleme gegeben. „Wir schauen, wo eine Person oder eine Familie am besten hinpasst“, so die Sprecherin. Zurzeit bekommt Sankt Augustin keine Zuweisungen von Flüchtlingen vom Land NRW, weil die Stadt ihre Quote erfüllt hat. Deshalb ist auch die Mendener Unterkunft nicht voll belegt.

Eine Aufarbeitung der Tat, die sich in unmittelbarer Nähe der Bewohner abgespielt haben muss, kann auf Wunsch jederzeit erfolgen. „Die Hausmeister sind regelmäßig vor Ort und haben Kontakt zu unseren Sozialarbeitern, die zum Gespräch bereitstehen, sollte es Bedarf gehen“, so Stocksiefen.

Der Rat der Stadt Sankt Augustin gedachte zu Beginn seiner Sitzung am Mittwochabend des Opfers. (mit Material von dpa)