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581 Infizierte im Rhein-Sieg-Kreis: Rhein-Sieg-Kreis plant Behelfskrankenhaus in Sieglar

581 Infizierte im Rhein-Sieg-Kreis : Rhein-Sieg-Kreis plant Behelfskrankenhaus in Sieglar

Der Rhein-Sieg-Kreis möchte im Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg in Troisdorf ein Behelfskrankenhaus mit Platz für bis zu 50 Patienten einrichten. Covid-19-Erkrankte sollen dort aber nicht behandelt werden.

Ein Bewohner und zwei Pflegekräfte in einem Altenheim in Lohmar sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Pandemie hat damit nun zwei Altenheime im Rhein-Sieg-Kreis erreicht, in einem dritten gibt es einen Verdachtsfall. Dass Bewohner und Pflegekräfte in Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen besonders gefährdet sind, ist bekannt. Der Kreis habe den Einrichtungen deshalb besondere Unterstützung zugesichert, betonte Kreissozialamtsleiter Stephan Liermann am Dienstag bei der täglichen Pressekonferenz des Kreises zum Stand der Corona-Pandemie.

200 Einrichtungen gibt es im Kreis, für sie sei neben der Versorgung mit Schutzmaterial auch das richtige Verhalten wichtig. „Eine Pandemie-Planung gehört zu den Standards der Einrichtungen“, so Liermann. Nach seiner Einschätzung gehen die Altenheime damit sehr verantwortungsbewusst um. Allerdings hätten sie einen erhöhten Informationsbedarf.

Insgesamt gibt es im Rhein-Sieg-Kreis aktuell 581 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, 71 von ihnen sind inzwischen wieder gesund. Mehr als 2500 befinden sich außerdem in häuslicher Quarantäne, abgesehen von den beiden berichteten gibt es keine weiteren Todesfälle.

Den Bedarf an Masken, Desinfektionsmittel und anderem Schutzmaterial deckt der Kreis vor allem noch „auf dem normalen Markt“, so Rainer Dahm, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz. Zusätzlich sind Masken vom Regierungsbezirk für diese Woche avisiert.

Für eins der geplanten Behelfskrankenhäuser ist inzwischen ein Gebäude gefunden, berichtete Rainer Dahm. Im Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg in Troisdorf-Sieglar sollen bis zu 50 Krankenhaus-Patienten Platz finden, wenn es dafür eingerichtet ist. Die Klassenräume werden dafür zu Krankenzimmern umfunktioniert. Untergebracht werden in den Behelfskrankenhäusern normale Patienten – auf die Corona-Infizierten seien die bestehenden Krankenhäuser besser vorbereitet, so Dahm.

In der Kreisverwaltung selbst gebe es keine neuen Verdachtsfälle, sagte der Landrat. Inklusive der Kontaktpersonen aus der Verwaltung sind vier Mitarbeiter derzeit zu Hause. Auch die Umstellung auf Home-Office eines großen Teils der Verwaltung funktioniert gut. Wichtig sei, so Schuster, dass die Mitarbeiter auch zu Hause erreichbar blieben. Geändert wurde auch das Prozedere im Straßenverkehrsamt, um so weit wie möglich kontaktlos zu arbeiten.