Mobil in Niederkassel: Vorfahrt für Busse, Bahn und Fahrräder

Mobil in Niederkassel : Vorfahrt für Busse, Bahn und Fahrräder

Niederkasseler Planungsausschuss diskutiert über ein nachhaltiges Mobilitätskonzept. Teilhabe an nachhaltiger Mobilität soll allen Bürgern möglich gemacht werden. Gutachter schlagen eine Komplettticket für ÖPNV, Fähre Leihräder und Car-Sharing vor.

Der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss stand am Donnerstagabend ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Die Politiker diskutierten ausgiebig über Insektensterben und Blühstreifen, Fahrrad-Verleihsysteme oder aber das Mobilitätskonzept aus dem Arbeitskreis „Nachhaltige Mobilität“.

Arndt Lagemann stellte das Mobilitätskonzept vor, bevor es zur endgültigen Beschlussfassung an den Rat verwiesen wurde. Lagemann formulierte das Leitbild, nach dem nachhaltige Mobilität in Niederkassel umweltbewusst, zukunftsfähig und sicher sein soll. Wichtig sei auch die soziale Komponente, betonte Lagemann, denn eine Teilhabe an der nachhaltigen Mobilität solle nach diesem Konzept allen Bürgern möglich gemacht werden.

E-Mobilität per Rad und Auto fördern

Konkret nennt das Konzept neben der Sicherheit die Stärkung des Bus- und Schienenverkehrs, E-Mobilität per Rad und Auto sowie die Reduzierung von Lärm und Schadstoffen und die Optimierung der Verkehrsflächen. Während es Wetterschutz, Sitzgelegenheiten oder Fahrradständer an den meisten Bushaltestellen in Niederkassel bereits gibt, sind nach diesem Konzept Verbesserungen durch digitale Anzeigen und Wlan noch möglich. Auch die Harmonisierung der Fahrpläne mit den Anfangs- und Endzeiten der Schulen sowie ein insgesamt besseres Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs ist im Konzept thematisiert.

Forderungen aus dem Konzept sind die Stadtbahn zwischen Köln und Bonn sowie eine Mobilstation, die Bahn-, Bus- und Radverkehr verknüpft. Beides solle baldmöglichst umgesetzt werden.

Radfahren soll attraktiver werden

Auch das Radfahren soll durch ein besseres Verkehrswegenetz, Radpendlerrouten oder Radschnellwege attraktiver gemacht werden. E-Mobilität will das Konzept durch mehr Ladepunkte im privaten, öffentlichen und gewerblichen Raum fördern. Lärm- und Schadstoffe könnten nach Meinung der Konzeptentwickler aus allen Fraktionen durch mehr E-Mobilität, Hybridbusse, die Stadtbahn und die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs verringert werden. Die Verkehrsflächen sollten zugunsten umweltfreundlicher Fortbewegungsmittel und zulasten der Autos umverteilt werden, heißt es im Konzept.

Zu einer weiteren Maßnahme zählt neben intensiver Öffentlichkeitsarbeit etwa auch ein Komplettticket für den ÖPNV, für die Fähren, ein Car-Sharing-System und ein Leihradsystem sowie die Bildung von Fahrgemeinschaften.

Anreiz durch Neubürgerticket

Anreize könnten durch ein Neubürgerticket, ein Jahresticket bei Abgabe des Führerscheins oder ein Schülerticket als Familienticket am Wochenende geschaffen werden. Bei Veranstaltungen sollte es grundsätzlich einen Shuttle-Service geben. Die Konzeptentwickler mahnen an, dass die Stadtverwaltung als Vorbild „mit einer nachhaltigen Unternehmensmobilität“ zur Energiewende beitragen müsse. Dazu konnte der Erste Beigeordnete Helmut Esch mitteilen, dass derzeit fünf E-Fahrzeuge in der Ausschreibung seien.

Helmut Plum (SPD) hielt ein Plädoyer für die Einführung des Jobtickets in der Verwaltung und Marcus Kitz (CDU-Fraktionsvorsitzender) kritisierte, dass die Kinder der Grundschule nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren dürften. „Hier ist eine breite Aufklärungsarbeit erforderlich“, forderte Kitz. Auch er war der Meinung, dass die Verwaltung als Arbeitgeber ein Jobticket im Angebot haben sollte und regte an, Dienstfahrräder statt Dienstautos zu unterstützten. „Bei den vielen Parkplätzen am Rathaus ist hier ein dickes Brett zu bohren“, so Kitz.

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