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Initiative „Ein Herz für Pundo“: Unermüdlicher Einsatz für ein Dorf in Kenia

Initiative „Ein Herz für Pundo“ : Unermüdlicher Einsatz für ein Dorf in Kenia

Seit acht Jahren hilft die Initiative „Ein Herz für Pundo“ dem Dorf im Hochland von Kenia. Unterstützung erhält sie nun von der Frauen-Organisation „Soroptimist International“.

Was verbindet fünf Frauen aus Niederkassel-Rheidt und die Menschen in einem ostafrikanischen Dorf? Auf den ersten Blick recht wenig. Jede von ihnen ist aber mindestens schon einmal in das kleine Dorf Pundo in Kenia gereist. Im mittlerweile achten Jahr unterstützt ihre Initiative „Ein Herz für Pundo“ das Dorf im Hochland von Kenia. Aus Sponsoren sind Partner geworden. Am Freitagabend blickte die Initiative gemeinsam mit interessierten Gästen im Pfarrheim Sankt Dionysius auf das langjährige Engagement zurück und warb unter anderem mit Hilfe eines Kochbuches für weitere Spenden.

Wenn Gisela Schmitz an ihre erste Reise nach Kenia im Jahr 2010 zurückdenkt, wird ihr bewusst, was in den vergangenen Jahren in dem kleinen Dorf Pundo geschafft wurde: „Der Kindergarten dort war ein Kinderstall – baufällig, feucht und dunkel.“ 90 Kinder, darunter viele Waisen, drängten sich in das halbverfallene Gebäude, das eigentlich nicht für mehr als 25 ausgelegt war. Eine einzige Kindergärtnerin mühte sich, allen Mädchen und Jungen gerecht zu werden, die meist schlecht gekleidet und krank waren. „Wir waren uns sofort einig: Hier muss etwas passieren“, erinnert sich Schmitz.

Schule, Kita und Krankenstation errichtet

Initialzündung für die Reise war der Bericht einer jungen Frau aus der Rheidter Gemeinde gewesen, die in Pundo ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert und auf die Not der Kinder aufmerksam gemacht hatte. Gisela Schmitz fand mit Britta Schlömer, Sybille Schmitz, Christien Abbink und Ursula Klein Mitstreiterinnen und noch im selben Jahr gründete sich die Initiative „Ein Herz für Pundo“. Mittlerweile wurden dort mit den Spendengeldern aus Deutschland eine Schule, ein Kindergarten und eine Krankenstation für die rund 200 Familien in der Siedlung errichtet.

Während der Präsentation der Reiseberichte wird gelacht, aber es rollt auch die eine oder andere Träne – die Beziehung zu den kenianischen Partnern ist über die Jahre sehr emotional und eng geworden. Auch der ehemalige Pastor der Dionysius Gemeinde, Heribert Krieger, erinnert sich gerne zurück. Ohne Lautsprecher und mit ausgemusterten Kerzen aus Deutschland bestritt er dort seinen ersten Gottesdienst in englischer Sprache. „Ich war der auffällige Farbtupfer. Die Kinder versuchten immer wieder, an meiner Haut zu rubbeln, bis endlich die dunkle Farbe hervorkommt.“ Vor allem imponierten Pfarrer Krieger der starke Zusammenhalt und die fröhlich gefeierten Gottesdienste.

Erlöse aus Kochbuchverkauf kommen Pundo zugute

Das Dorf Pundo ist dank der Rheidter Initiative nun schon ein großes Stück vorangekommen. Für das kommende Jahr sieht „Ein Herz für Pundo“ weitere Projekte vor: Bei einer täglichen Schulspeisung soll jedes Kind eine warme Mahlzeit bekommen, das Bildungsprogramm „dignity pack“ unterstützt Jugendliche bei ihrer Zukunftsplanung und schafft sexuelle Aufklärung. Außerdem zahlt die Initiative weiterhin anteilig Löhne für Erzieher und Personal in der Gesundheitsstation, Krankenversicherungen und Schulgelder.

Auch der Bonner Ableger der Frauen-Organisation „Soroptimist International“, die sich für die Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen überall auf der Welt einsetzt, unterstützt Pundo. Der Erlös ihres bereits dritten Kochbuchs mit vegetarischen Rezepten aus fernen Ländern kommt zum großen Teil „Ein Herz für Pundo“ zugute (9 von 12,50 Euro). Bestellt werden kann das Kochbuch bei Ute Pauling, Präsidentin des Soroptimisten Clubs Bonn Siebengebirge, unter ute.pauling@bn-online.net.