Förderschule in Niederkassel: Stadt will Laurentius-Schule neu bauen

Förderschule in Niederkassel : Stadt will Laurentius-Schule neu bauen

Keine Turnhalle, keine Mensa und ein zu kleiner Außenbereich: Die ehemalige Mondorfer Grundschule genügt den Anforderungen der Förderschule nicht. Ein Neubau der Laurentius-Schule wird diskutiert.

„Wir verfolgen im Moment die Maximallösung, um alle Niederkasseler Kinder versorgen zu können“, informierte der Beigeordnete Sebastian Sanders über den Sachstand zur Laurentius-Förderschule in Mondorf. Diese Maximallösung wäre der Neubau einer Schule und eine andere Nutzung der teils historischen Gebäude der einstigen Mondorfer Grundschule, wo die Kinder mit Förderbedarf derzeit untergebracht sind.

Um den Neubau realisieren zu können, benötige die Stadt die Unterstützung des Kreises, so Sanders weiter. Das habe der Verwaltungsvorstand mit Landrat Sebastian Schuster besprochen und sei dort auf Verständnis gestoßen. Ob sich der Rhein-Sieg-Kreis an der Finanzierung eines Neubaus beteilige oder nicht, das wiederum könne nur der Kreistag entscheiden. Das Thema werde jetzt auf die Tagesordnung der Fachausschüsse im Kreistag gesetzt. Bedenken von Sascha Essig (Bündnis 90/Die Grünen), dass in Niederkassel möglicherweise nicht die notwendige Quote für die Aufrechterhaltung einer Förderschule erreicht werde, teilte Sanders nicht.

Turnhalle und Mensa fehlen

„Wir werden nach aktuellen Entwicklungen die Mindestgröße hinbekommen und müssen ohnehin bis zur Fertigstellung eines Neubaus mit Übergangslösungen zurecht kommen“, erläuterte er.
Seit dem Schuljahr 2018 durfte die Schule wieder Anmeldungen entgegennehmen. Eigentlich sollte die Förderschule in Mondorf auslaufen, denn die damals vorgeschriebene Mindestgrößenverordnung von 144 Schülern konnte in Mondorf nicht umgesetzt werden. Diese strikte Regulierung hob die neue Landesregierung auf und verringerte später die Mindestgröße.

Seit 2018 steigt die Schülerzahl stetig an der Mondorfer Förderschule. Wie berichtet, hatte Schulleiterin Marlies Röhrig im November des vergangenen Jahres in einem emotionalen Vortrag vor dem Schulausschuss dafür appelliert, mehr Platz zu schaffen, für die Schüler mit Defiziten im sozial/emotionalen Bereich, im sprachlichen Bereich und im Bereich Lernen.

Die 71 Schüler seien in sechs Klassenräumen und zwei Differenzialräumen untergebracht. Das teils historische Schulgebäude in Mondorf habe weder eine Turnhalle noch eine Mensa und auch der Außenbereich sei viel zu klein, um den Kindern den Raum zu bieten, den sie benötigten, appellierte Röhrig im November an Politiker und Verwaltung, aktiv zu werden. Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist die geforderte Mindestgröße einer Förderschule im emotionalen und sozialen Bereich mit Primar- und Sekundarstufe auf 88 Schüler festgeschrieben. Selbst diese Zahl könnte jedoch in dem bisherigen Gebäude nicht untergebracht werden.