Kinderbetreuung in der Region: Stadt Niederkassel sucht händeringend Kita-Fachkräfte

Kinderbetreuung in der Region : Stadt Niederkassel sucht händeringend Kita-Fachkräfte

Zu Beginn des Kindergartenjahres 2019/2020 bleiben mindestens zehn Planstellen unbesetzt. Stellenangebote werden auch in den sozialen Netzwerken geschaltet.

„Wir werden zum kommenden Kindergartenjahr wohl keine hundertprozentige Deckung des Bedarfs an Erzieherinnen haben“, bestätigte die für die Niederkasseler Kitas zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Sabine Koch die Annahme von Rüdiger Wagner (FDP) im Jugendhilfeausschuss. Damit wird ein schon älteres und bekanntes Problem – nämlich der Mangel an qualifiziertem Personal in den Kitas – trotzt verstärkter Akquirierungsmaßnahmen weiter bestehen. Wie viele Erzieher und Erzieherinnen zum Kita-Jahr 2019/2020 fehlen werden, das vermochte Koch noch nicht zu sagen. „Die Situation ändert sich täglich.“ So könne es sein, dass eine Erzieherin zugesagt habe, jedoch später ein Angebot in Wohnortnähe bekomme und dann wieder absage, beschreibt Koch die derzeitige Bewegung auf dem Fachkräftemarkt der Erzieherinnen. Dennoch wagte sie die Prognose, dass zum Beginn des Kita-Jahres am 1. August mindestens zehn Erzieherinnen von insgesamt 280 Planstellen fehlen werden. „Wir schöpfen alles aus, aber das Feld ist abgegrast“, fasste sie die Situation zusammen.

Neben ganzseitigen Anzeigen in den Printmedien oder Aufrufen in den sozialen Netzwerken gebe es auch Qualifizierungsprogramme für die die Stadt dann eventuell auch eine bessere Bezahlung anbieten könne, um so ihr Profil zu schärfen. Zudem werde versucht, die Verträge möglichst individuell an die jeweilige Lebenssituation der Bewerber und Bewerberinnen anzupassen, so der Beigeordnete Sebastian Sanders. So könne man Bewerbern mit Kindern zusichern, dass die Kinder einen Platz in einer Niederkasseler Kita bekommen, auch wenn die Mutter, die einen Arbeitsvertrag unterschreibt, nicht in Niederkassel wohnt. Auch die sogenannten PIA-Stellen (praxisorientierte Ausbildung) sollen im kommenden Kita-Jahr wieder eingerichtet werden. Das ist eine Form der Erzieher-Ausbildung, bei der von Beginn an eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird, im Gegensatz zur schulischen Ausbildung, die nicht vergütet wird.

Die Vorsitzende des Jugendamtselternbeirates, Stephanie Schaefer, regte zudem an, gerade in den sozialen Medien auch kurze Videos, die von den Bundesfreiwilligendienstlern gedreht werden könnten, zu veröffentlichen.

Wegen des Fachkräftemangels im Kita-Bereich wird die sechste Gruppe in der Einrichtung an der Markusstraße zunächst nicht eröffnet, auch wenn der Bau bereits zum 1. Oktober fertiggestellt ist. „Wir werden die Kinder zunächst auf andere Einrichtungen verteilen und erst dann die Markusstraße umstellen, wenn genug Personal zur Verfügung steht“, so Koch.