Missverständnis in Niederkassel und Köln: So geht es mit dem geplanten Terminal am Rhein weiter

Missverständnis in Niederkassel und Köln : So geht es mit dem geplanten Terminal am Rhein weiter

Niederkassels Beigeordneter Helmut Esch geht von einer Rücknahme der Klage gegen das geplante Container-Terminal auf dem Areal der Evonik aus. Dort soll ein Umschlagplatz für Container zu Wasser, auf der Schiene und auf der Straße entstehen

Die dunklen Wolken, die nach der Klage der Stadt Köln gegen den Bau des geplanten sogenannten Trimodalen Container-Terminals am Hafen der Evonik zwischen den beiden Nachbarstädten aufzogen, scheinen sich zu lichten. Das jedenfalls nahm Niederkassels erster Beigeordneter Helmut Esch nach einem Gespräch in der Kölner Verwaltung mit nach Hause. „Das Gespräch war gut und sehr konstruktiv“, sagte er auf GA-Anfrage. Vertreter der Evonik, der Duisburger Hafen AG (duisport) und der neu gegründeten Devlog, die aus dem Joint Venture von Evonik und duisport entstanden ist und die Flächen vermarkten soll, ebenso wie der beauftragte Verkehrsplaner Frank Weiser hatten sich mit Vertretern der Verwaltung in die Nachbarstadt Köln begeben, um mögliche Missverständnisse aufzuklären.

Mit einem guten Gefühl trat die Delegation schließlich den Heimweg an. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Bedenken der Stadt Köln ausräumen konnten und dass die Klage nicht weiter verfolgt wird“, fasste Esch das Ergebnis des Gesprächs zusammen.

Wie berichtet, hatte die Stadt Niederkassel schon im Januar die Baugenehmigung für das Trimodale Container-Terminal auf dem Evonik-Gelände erteilt. Damit soll der Evonik-Standort in Lülsdorf entwickelt werden. Das Terminal dient als Umschlagplatz für Container zu Wasser, auf der Schiene und auf der Straße.

Innerhalb der Vier-Wochen-Frist hatte die Stadt Köln gegen dieses Vorhaben Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Bekannt wurde das erst Mitte März, nachdem die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Wirtschaftsausschuss eine Anfrage zu diesem Thema gestellt hatten. Mit der fristgerechten Klage wollte die Stadt das Rechtsmittel sichern, hieß es in der Antwort der Kölner Verwaltung. Weiter heißt es in der Kölner Verwaltungsvorlage, dass die Anschlussstellen Wahn und Spich schon jetzt überlastet seien und daher die Leistungsfähigkeit nicht mehr mit den verwendeten Berechnungsverfahren zutreffend bewertet werden könne. Diese Bedenken habe man der Stadt Niederkassel im Sommer 2018 mitgeteilt, eine Neubewertung sei jedoch nach Kenntnis der Verwaltung nicht erfolgt, die Baugenehmigung dennoch erteilt worden.

Genau diese Ausführungen sorgten wiederum in Niederkassel und auch bei den Gesprächen in Köln für Irritationen. „Nach unserer Aktenlage haben wir alle Fragen beantwortet. Ein Schreiben bezüglich dieser Bedenken der Stadt Köln und einer Forderung nach der Mikrosimulation ist bei uns nie angekommen“, sagte Esch.

Auch in der Kölner Verwaltung habe man augenscheinlich vergebens nach diesem Schreiben gesucht und sich deshalb den inhaltlichen Fragen zugewandt, formulierte es der Niederkasseler Beigeordnete.

„Wir bestreiten nicht, dass die Straßen Richtung Köln schon jetzt überlastet sind.“ Das habe jedoch nichts mit dem geplanten Container-Terminal zu tun. Dieses produziere in einer Berechnung vier Lastwagen pro Stunde in Richtung Köln-Wahn und in Richtung Spich. Das sei der „worst case“. Diese Berechnung orientiere sich an der Leistungsfähigkeit des Krans, der die Container umlädt. Es könne an dem Terminal immer nur ein Schiff anlegen, und ein Kran verrichte dort die Arbeit. Zudem seien 144 Lastwagen-Fahrten am Tag in der Baugenehmigung festgeschrieben. Das gelte auch dann, wenn der Wunsch nach einem höheren Container-Umschlag bestehen sollte. Diese dürften dann eben nicht auf der Straße transportiert werden. Genau das wird die Stadt Niederkassel noch vor Ostern ergänzend zur Baugenehmigung nach Köln schicken, um so den Weg frei zu machen für den Bau des Container-Terminals.

Mehr von GA BONN