Bahnübergang in Niederkassel: Sensoren für mehr Sicherheit an den Gleisen

Bahnübergang in Niederkassel : Sensoren für mehr Sicherheit an den Gleisen

Die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft modernisiert den Bahnübergang Staufenstraße/Am Schildchen. Die Situation ist zu unübersichtlich, um sie nur mit einem Andreaskreus abzusichern.

Es ist eng und unübersichtlich am Bahnübergang Staufenstraße/Am Schildchen in Niederkassel. Zwischen der Deutzer Straße und der Staufenstraße schlängelt sich die Lok mit den Waggons hindurch. Grund genug für den Betreiber der Trasse, die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG), etwas für die Sicherheit an diesem Bahnübergang zu tun.

Auch die Landeseisenbahnverwaltung, die die Strecke alle zwei Jahre überprüft, habe diesen Übergang beanstandet, sagt der RSVG-Geschäftsführer Michael Reinhardt. „Normalerweise müssen die Fahrzeugzahlen an einem Bahnübergang hoch sein, damit wir uns für eine Schrankenanlage mit Lichtzeichen entscheiden.“ An dieser Stelle sei die Situation jedoch zu unübersichtlich, um nur mit dem Andreaskreuz abzusichern, so Reinhardt.

Installiert wurde neben den Schranken und einer sogenannten Lichtanlage auch eine Verkehrsschleife mit Sensoren. Das wiederum war nötig, damit der Lokführer weiß, ob linksabbiegende Fahrzeuge noch auf den Gleisen stehen. In einem solchen Fall blinkt in der Lok ein Licht und der Lokführer drosselt die Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern noch weiter herunter. Eine Maßnahme, die derzeit entlang der gesamten Trasse einzigartig ist. „Es dauert nun mal sehr lange, ehe der schwere Güterzug zum Stehen kommt“, sagt Reinhardt.

Schließlich wiege ein Waggon ungefähr 30 Tonnen, die Lok bringe es auch noch mal auf 80 Tonnen. „Um dieses enorme Gewicht anzuhalten, dauert es einfach seine Zeit“, sagt Reinhardt. Fast 372.000 Euro wurden an dem Bahnübergang verbaut. Jeweils zu einem Drittel wurden die Kosten auf das Land, die Stadt Niederkassel und die RSVG verteilt. Jeder der Beteiligten konnte im Vorfeld einen Bundeszuschuss von 80 Prozent beantragen.

Seit dem tödlichen Unfall am Bahnübergang an der Bingener Straße im Jahr 2010 werden die 20 Bahnübergänge in Niederkassel und alle weiteren des ehemaligen Rhabarberschlittens regelmäßig auf ihre Sicherheit hin überprüft. Ein- bis zweimal am Tag fährt der Evonik-Industriezug nach Troisdorf hin und wieder zurück. Wenn das geplante Trimodale Containerterminal auf dem Evonik-Gelände umgesetzt ist, soll nach aktuellem Stand eine dritte Hin- und Rückfahrt hinzukommen.

Für das kommende Jahr ist die Erneuerung des Bahnübergangs an der Südstraße geplant. Die Ampel dort wird neben dem Zugverkehr auch den Autoverkehr berücksichtigen. Die Kosten für diese Anlage an dem Zubringer zur Umgehungsstraße werden ungefähr 525.000 Euro betragen.

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