Ausbau von Straßen: Kosten für Straßenbau in Niederkassel explodieren

Ausbau von Straßen : Kosten für Straßenbau in Niederkassel explodieren

Stadt will das Ausbauprogramm prüfen und nur noch dringend notwendige Arbeiten durchführen. Alle anderen Projekte werden geschoben.

„Wir müssen den Druck aus dem Kessel nehmen“, begründete der Technische Beigeordnete Helmut Esch einen Vorschlag, der offenbar allen Mitgliedern im Bauausschuss aus der Seele sprach. Auf der Tagesordnung stand der Straßenausbau in der Karolinger Straße in Rheidt. Eigentlich mussten nur noch Details abgestimmt werden, bevor dann der Beschluss zur Sanierung hätte fallen können. So weit kam es jedoch nicht, denn Esch grätschte dazwischen.

„Die Kosten bei sämtlichen Tiefbauarbeiten gehen derzeit durch die Decke“, sagte Esch. Am Ende stand der Vorschlag, das einst beschlossene Straßenausbauprogramm nochmal zu überprüfen und nur die Maßnahmen, die etwa aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht aufschiebbar seien, zu realisieren. Alles andere soll nach Auffassung des Technischen Beigeordneten nach hinten geschoben werden, bis sich die offenbar angespannte Marktsituation wieder etwas entspannt habe.

Auch die Karolinger Straße würde sich um fünf bis acht Euro pro Anwohner und Quadratmeter verteuern im Vergleich zu den ursprünglich kalkulierten Kosten. Bei anderen Straßen seien die Kosten etwa von einer Kalkulation in Höhe von 161.000 Euro auf 266.000 Euro explodiert. Esch sieht für dieses Problem, das zum Teil die Anwohner, aber auch die Stadt finanzieren müssten, nur eine Lösung, und zwar die, dass die Projekte nach hinten verschoben werden. Er forderte den Ausschuss auf, die Verwaltung zu beauftragen, das Straßenbauprogramm zu überarbeiten und zu schauen, was unbedingt gemacht werden muss. Die übrigen Straßen sollen nach hinten verschoben werden, so auch die Karolinger Straße. Dafür gab es im Bauausschuss einen einstimmigen Beschluss.

„Die Karolinger Straße ist zwar in einem schlechten Zustand, aber das ist sie schon seit zig Jahren, da kommt es nicht auf weitere fünf Jahre an“, kommentierte der Ausschussvorsitzende Helmut Plum das Anliegen der Verwaltung. Bei den Straßen Im Auel oder der Löwenburgstraße sei dieses Problem noch nicht so stark gewesen, beide Straßen werden aktuell ausgebaut.

Esch ist klar, dass sich die Preise für die Materialkosten nicht verbessern werden. „Ich hoffe jedoch auf mehr Angebote und einen stärkeren Wettbewerb“, so der Technische Beigeordnete. Barbara Schlüter zeigte sich dankbar, dass man sich nicht mehr so „zwanghaft“ an den Plan halte. Für viele Anlieger sei der Straßenausbau ohnehin nicht gewünscht, da er mit meist beträchtlichen Kosten verbunden sei. Die Löwenburgstraße sei zweimal ausgeschrieben worden, sodass man günstige Preise erzielen konnte.

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