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Stadtbahn Bonn-Niederkassel-Köln: Fördermittel für die Rheinuferbahn werden erhöht

Stadtbahn Bonn-Niederkassel-Köln : Fördermittel für die Rheinuferbahn werden erhöht

An diesem Dienstag ist der Sachstand der geplanten Stadtbahnstrecke Bonn-Niederkassel-Köln Thema im Kreisplanungsausschuss. Eine gute Nachricht: Die Fördermittel werden auf 95 Prozent der Kosten aufgestockt.

Die Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) werden deutlich erhöht, was der geplanten rechtsrheinischen Rheinuferbahn Bonn-Niederkassel-Köln zugute kommt. Die Förderung könnte so auf 95 Prozent der Kosten aufgestockt werden. Ähnliches gilt für die Planungskosten, sodass sich die kommunalen Eigenanteile für das Stadtbahnprojekt gegenüber dem Stand 2019 halbiert haben.

Kreiswirtschaftsförderer Hermann Tengler und André Berbuir, Fachbereichsleiter im Referat Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung, werden dem Kreisplanungsausschuss an diesem Dienstag zum Sachstand des ÖPNV-Projekts berichten.

Interesse an dieser Bahnverbindung ist groß

Für die sogenannte Standardisierte Bewertung, ob dieses Bauprojekt volkswirtschaftlich überhaupt von Vorteil ist, fehlten Berbuir zufolge „letzte Feinheiten“. Dazu zählen beispielsweise aktualisierte Prognosezahlen. Die Zahlen von 2018 zeigten zwar schon, dass es für eine entsprechende Bahnverbindung auf dieser Strecke eine große Nachfrage gebe, und die Erhebung im Rahmen des Lead-City-Projekts zeige sogar, dass der Zuspruch für eine rechtsrheinische Rheinuferbahn noch höher als angenommen sei.

Noch keine genauen Zahlen zu den Kosten

Aber aufgrund der Corona-Krise konnten keine neuen Erhebungen vorgenommen werden. Auch die Kostenparameter seien noch hohen Schwankungen unterworfen. Daher können die Fachleute den Politikern lediglich sagen, dass der kommunale Eigenanteil bei „circa 20 bis 45 Millionen Euro für das Stadtbahnprojekt und circa 20 Millionen Euro für die Güteranschlussbahn Lülsdorf“ liegen werde.

Es gibt mehrere unklare Einflussgrößen: In die Berechnung kommt eine zusätzliche Siegquerung zwischen Beuel und Niederkassel; da gibt es beispielsweise noch den Wunsch, einen Radweg zu bauen.

Evonik wird an Güterbahnstrecke angebunden

Andere Unwägbarkeiten sind die Trassenverläufe der Rheinquerung zwischen A 555 und A 59. Je nachdem, ob die Autobahn nördlich oder südlich von Köln-Libur verläuft, würde entsprechend auch der Anschluss von Evonik an die Güterbahnstrecke geplant. Und dieser Güterbahnanschluss ist für die geplante neue Gleisstrecke von entscheidender Bedeutung, so Berbuir. Denn deren alte Trasse wird für die Stadtbahn gebraucht. „Auch wenn das alles unterschiedliche Verfahren sind, hängen sie unmittelbar voneinander ab.“

Als Rheinquerung präferiere der Kreis mittlerweile die nördlichste Variante, so Berbuir. Das habe den Vorteil, dass man auch in Langel einen Haltepunkt anbieten könnte. Man stimme sich eng mit Land und Bund ab; das Planmaterial sei aber zu umfassend für eine Videokonferenz, sodass für Anfang September ein Treffen geplant sei.

„Wir werden bis Jahresende liefern, sodass wir von den beteiligten Kommunen Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Köln entsprechende Realisierungsbeschlüsse brauchen.“ Im ersten Quartal 2021 könnte die vertiefte Planung beginnen.