Einsatz in Niederkassel: Chemikalie sollte Maulwürfe vertreiben

Großeinsatz der Feuerwehr : Chemikalie in Niederkassel sollte Maulwürfe vertreiben

Bei der dampfenden Chemikalie, die am Freitagabend zu einem großen Feuerwehreinsatz in Niederkassel geführt hatte, handelt es sich um Mittel, mit dem Maulwürfe vertrieben werden können. Bei unsachgemäßer Behandlung kann es zu Explosionen führen.

Da hat einer offensichtlich eine Menge Maulwürfe in seinem Garten. Ein rauchender Behälter mit Calciumcarbid rief am Freitagabend die Feuerwehr auf den Plan. Einen ganzen Kanister mit Calciumcarbid hatte ein Bewohner eines Mehrfamilienhaus an der Niederkasseler Rathausstraße am Haus gelagert, was erst mal nicht verboten ist, wie ein Sprecher der Polizei bestätigte. Wenn das Granulat oder die Brocken indes mit Wasser in Berührung kommen, so zersetzt es sich zu Ethin und Calciumhydroxid. Es raucht stark und stinkt dazu sehr.

Der Geruch ist auf Gase wie Monophosphan, Ammoniak und Schwefelwasserstoff zurückzuführen, die bei der Reaktion der Verunreinigungen mit Wasser entstehen. Zudem besteht Explosionsgefahr, wenn es in geschlossenen Behältern reagiert. Diese Gefahr war laut Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises gegeben. Ein Chemiefachberater war vor Ort, um die Rettungskräfte zu koordinieren. Das Mehrfamilienhaus wurde evakuiert.

Karbid, wie es im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet wird, ist frei verkäuflich und wird in Gärten vor allem zur Vertreibung von Maulwürfen benutzt. Das entstehende Gas vertreibt die ansonsten geschützten Tiere ohne sie zu töten. Das Vergrämungsmittel sollte aber so benutzt werden, dass die Tiere auch fliehen können, sagen Gartenexperten. Man darf also nicht alle Zugänge nach dem Einsatz des Mittels verschließen. Und große Sorgfalt sollte auch an den Tag gelegt werden, wie der Fall vom Freitag zeigt.

Mehr von GA BONN