36-Jährige schwer verletzt: Blutiger Familienstreit in Lülsdorf

36-Jährige schwer verletzt : Blutiger Familienstreit in Lülsdorf

Im Niederkasseler Ortsteil Lülsdorf ist am Donnerstagvormittag ein Familienstreit blutig eskaliert. Dabei ging ein 49 Jahre alter Ehemann mit einem Messer auf seine 36-jährige Frau los und verletzte sie schwer. Das erklärte Polizeisprecher Burkhard Rick.

Schauplatz war ein Reihenhaus in einer ruhigen Wohngegend von Lülsdorf. Wie Rick weiter mitteilte, hatte ein Anrufer Polizei und Feuerwehr gegen 11.30 Uhr alarmiert und berichtet, dass die Frau "erheblich verletzt" worden sei. Die 36-Jährige musste wenig später mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Laut Rick schwebt die Angegriffene aber nicht in Lebensgefahr. Wie der GA erfuhr, war die Frau wohl auch ansprechbar gewesen. Den Messerstecher nahm die Polizei noch am Ort des Geschehens fest. Dem Vernehmen nach ist der 49-Jährige aus polizeilicher Sicht ein unbeschriebenes Blatt.

Rund um den Tatort konnte man gestern Mittag in zahlreiche fassungslose Gesichter von Nachbarn und Anliegern blicken. Blutlachen auf dem Gehweg zu dem Haus, aber auch größere Blutspritzer an Mülltonnen sowie im Eingangsbereich des Nachbarhauses zeugten von der Heftigkeit der Auseinandersetzung.

Ausweislich der Spuren hatte der Angreifer sein Opfer offenbar aus dem gemeinsamen Haus getrieben. Die Blutspuren ließen darauf schließen, dass sich die Frau möglicherweise zu den Nachbarn retten wollte.

Zu dem genauen Ablauf der Tat wollte die Polizei am Donnerstag mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen ebenso wenig etwas sagen wie zu dem Grund für die blutige Auseinandersetzung. Rick bestätigte aber, dass die 36-Jährige versucht hatte, aus dem Haus zu flüchten.

Nach Aussage des Polizeisprechers ermitteln nun Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gegen den Angreifer wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Angesichts der dramatischen Ereignisse, die sich in der Familie abgespielt hatten, beorderte die Leitstelle Notfallseelsorger nach Lülsdorf. Schließlich habe das Ehepaar vier minderjährige Kinder, so Rick. Dabei war gestern aber noch unklar, ob die Kinder auch Zeugen der Auseinandersetzungen wurden. Laut Polizei hat man die Kinder bis auf weiteres in die Obhut des Jugendamtes gegeben.

Beistandes bedurfte auch eine junge Frau, die etwa zwei Stunden nach den Geschehnissen am Tatort eintraf. Als sie vor dem mit Flatterband abgesperrten Haus und den Kriminalbeamten stand, die mit der Spurensicherung beschäftigt waren, schrie sie mehrfach: "Was ist hier passiert, was ist hier passiert?" Wie Anwohner erklärten, soll es sich bei der Frau um die Nichte des Ehemannes gehandelt haben.

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