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902 Quadratkilometer groß: Neues Wolfsverdachtsgebiet im Rhein-Sieg-Kreis ausgewiesen

902 Quadratkilometer groß : Neues Wolfsverdachtsgebiet im Rhein-Sieg-Kreis ausgewiesen

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es ein neues Wolfsverdachtsgebiet. In Teilen des Kreises bekommen Tierhalter Förderung vom Land. Schafhalter aus der Region hatten bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, um sich für Entschädigungen einzusetzen.

In Nordrhein-Westfalen hat sich möglicherweise ein weiterer Wolf angesiedelt. Fotos und genetische Spuren an gerissenen Nutz- und Wildtieren legten nahe, dass ein Wolf im Oberbergischen Land ortstreu geworden sei, teilte das Umweltministerium des Landes am Dienstag in Düsseldorf mit. Derselbe Wolf sei auch im Landkreis Neuwied im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. Es handele sich um ein weibliches Tier. Noch in dieser Woche werde ein „Wolfsverdachtsgebiet“ für die Region ausgewiesen.

Das Ministerium berichtete, das „Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land“ sei 902 Quadratkilometer groß und umfasse Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Oberbergischen Kreises und des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dazu gehören unter anderem die Städte Engelskirchen, Overath, Hennef und Lohmar sowie die Bereiche von Bad Honnef, Königswinter und Siegburg östlich der Autobahn 3. Tierhalter können finanzielle Förderungen für den Schutz ihrer Herden in dem Gebiet bekommen, etwa für die Anschaffung von Zäunen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es bislang drei standorttreue Wölfe und entsprechende Wolfsgebiete: Sie liegen alle voneinander entfernt in der Region um Schermbeck nördlich des Ruhrgebiets, in der Eifel und in der Senne bei Bielefeld. Wie berichtet, hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz im September den ersten Nutztier-Riss eines Wolfs in Much bestätigt. Im Mai hatte ein Landwirt einen Wolf in Eitorf fotografiert.

Schafhalter aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatten bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, um sich für Entschädigungen einzusetzen. Sie hatten einen eindeutigen Nachweis des Wolfes gefordert, der jetzt durch den Ausweis des neuen Wolfsverdachtsgebiets erfolgt. Tierhalter mit Schafen und Ziegen sowie Betreiber von Wildgehegen können in Kürze Förderungen für Maßnahmen zum Herdenschutz beantragen. Dazu gehören zum Beispiel wolfsabweisende Zäune sowie entsprechendes Zubehör. Förderanträge werden durch die Bezirksregierung Köln entgegengenommen und bearbeitet.

Weitere Infos auf www.wolf.nrw. Wer ein wolfsähnliches Tier entdeckt, sollte dies beim Landesumweltamt unter der Hotline 0 23 61/30 50 melden.