Sturmtief "Sabine" im Rhein-Sieg-Kreis: Feuerwehr rückte 358 Mal aus

Sturmtief-Bilanz im Rhein-Sieg-Kreis : Feuerwehr rückte 358 Mal wegen „Sabine“ aus

Mehr als 900 Rettungskräfte sind bis Dienstagvormittag aufgrund des Sturmtiefs „Sabine“ im Rhein-Sieg-Kreis im Einsatz gewesen. Insgesamt 358 Einsätze zählte die Kreisleitstelle in den 19 Städten und Gemeinden.

358 Einsätze von Sonntagnachmittag bis Dienstagvormittag – so oft mussten Rettungskräfte im Rhein-Sieg-Kreis wegen des Sturmtiefs „Sabine“ ausrücken. Insgesamt seien 832 Feuerwehrleute, 59 Helfer verschiedener Hilfsorganisationen, 16 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sowie vier Mitarbeiter der Koordinierungsgruppe des Rhein-Sieg-Kreises im Einsatz gewesen, teilte die Kreispressestelle am Dienstag mit. Vom Sturmtief betroffen waren alle 19 Städte und Gemeinden im Kreis gleichermaßen.

Der größte Einsatz in Sankt Augustin ereignete sich am Montag am Fasanenweg, wo, wie berichtet, große Teile eines Teerpappedachs einer Lagerhalle vom Gebäude geweht worden waren und das Dach eines gegenüberliegenden Wohnhauses sowie mehrere Autos beschädigten. Verletzt wurde niemand. In dem Gebäude am Fasanenweg sitzt unter anderem das Getränkecenter Sankt Augustin. Laut Inhaber Michael Heimersheim blieb der Getränkemarkt jedoch verschont. „Bei uns ist zum Glück nichts passiert“, sagte er am Dienstag.

Umgestürzt Bäume sorgen für viele Einsätze

Die Einsatzkräfte rückten zumeist wegen umgestürzter Bäume aus. Am Dienstagmorgen etwa in Siegburg. Dort musste laut Stadt zwischen Kino und Bahnhof eine Platane gefällt werden, die auf den Bahnsteig der Regionalzüge in Richtung Köln zu stürzen drohte. Am Montagabend war an der Sandstraße ein Baum auf ein Haus gekippt. Sturmschäden zeigten sich auch auf den Friedhöfen, so die Stadtverwaltung: In Kaldauen fielen fünf Bäume um, auf dem Nordfriedhof waren es sechs. Die betroffenen Bereiche sollen länger gesperrt bleiben.

Bereits am Sonntagabend wurde ein 61 Jahre alter Autofahrer aus Neunkirchen-Seelscheid auf der B56 in Höhe Pohlscheid verletzt. Wie die Polizei mitteilte, stürzte aufgrund einer Sturmböe ein Laubbaum quer über die Fahrbahn. Das Auto des 61-Jährigen wurde im Vorbeifahren von der Krone leicht erfasst, woraufhin der Fahrer die Kontrolle verlor und gegen eine Böschung prallte. Sein Beifahrer blieb unverletzt. Während der Bergungsarbeiten stellte die Polizei fest, dass der 61-Jährige Alkohol getrunken hatte, ein erster Test ergab einen Wert von 0,7 Promille. Die Polizei stellte seinen Führerschein deshalb zunächst sicher.