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Schweinepest: Rhein-Sieg-Kreis wappnet sich für Ausbruch

Gefahr der Afrikanischen Schweinepest : Rhein-Sieg-Kreis wappnet sich für Ausbruch der Schweinepest

Die Fachleute beim Veterinäramt sind vorbereitet, sollte die Tierseuche im Rhein-Sieg-Kreis ankommen. So kommen etwa mobile Kühlhäuser im Ernstfall zum Einsatz.

Der Rhein-Sieg-Kreis bereitet sich nach wie vor auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vor. „Wenn die Afrikanische Schweinepest kommt, müssen wir sofort handeln“, sagt Klaus Mann, Leiter Abteilung Tiergesundheit des Veterinäramts des Rhein-Sieg-Kreises. Wie berichtet, gelangte das Virus 2007 aus Afrika nach Georgien, seither verbreitet es sich weiter. Mehrere osteuropäische Staaten sind betroffen, mittlerweile ist die Tierseuche auch in Westeuropa angekommen. Im September 2018 wurde ASP bei Wildschweinen in Belgien nachgewiesen.

Derzeit trifft der Kreis laut Mann Vorsorgemaßnahmen, um im Bedarfsfall die notwendige Infrastruktur zu haben. Im späten Frühjahr sollen etwa mobile Wildsammelstellen angeschafft werden. Das seien mobile Kühlhäuser, in die Jäger die erlegten Wildschweine bringen. Sie seien bereits bei einem Ausbruch der Europäischen Schweinepest vor einigen Jahren im Einsatz gewesen. Dort würden die Tiere bis zur Untersuchung gelagert. Denn bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest dürfe nur Fleisch in den Handel, das zuvor untersucht worden sei, so Mann. Dafür würden die Tiere einige Tage beschlagnahmt und danach wieder freigegeben. Laut Mann bedeutet diese Vorsorge nicht, „dass wir zwingend mit der Seuche rechnen, aber wir wollen gewappnet sein. Wenn der Seuchenausbruch beginnt, verliert man sonst unfassbar viel Zeit“.

Wie im Ernstfall vorzugehen ist, hat der Kreis Ende September geübt. Dazu haben sich die Veterinärbehörden des Rhein-Sieg-Kreises sowie der Kreise Siegen-Wittgenstein, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis, Märkischer Kreis, Hochsauerlandkreis und Kreis Olpe in einem Tierseuchenverbund organisiert. Auch das Land Nordrhein-Westfalen rüstet sich für einen Ausbruch. Laut Mann hat es eine Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft ins Leben gerufen. Sie soll im Ernstfall die Aufgabe der Behörden übernehmen – etwa Zäune bauen oder tote Tiere beseitigen.

Keine Herbstmast in 2019

Auch unabhängig von der Schweinepest hat das Veterinäramt die Population der Wildschweine im Blick. Sie wird laut Klaus Mann vor allem vom Futterangebot begünstigt. „Dabei ist das Vorjahr bedeutsam“, erklärt er. 2018 habe es eine extreme Waldmast gegeben. Das habe einen enormen Zuwachs beim Schwarzwild mit sich gebracht.

Entspannter ist er, was den Ausblick für dieses Jahr angeht. Denn: Laut dem Veterinär hatte 2019 überhaupt keine Herbstmast. „Wir rechnen in diesem Jahr mit deutlich weniger Zuwachs und damit weniger Schäden in der Landwirtschaft.“ Das sei auch auch aufgrund des drohenden Schweinepestrisikos positiv. „Es muss aber weiter gejagt werden“, sagt Mann. Etwa um einen möglichen Seucheneintritt schnell wieder ausrotten zu können.

Eine weitere Krankheit, die Wildschweine übertragen, ist im Dezember im Kreis Neuwied nachgewiesen worden: die Aujeszkysche Krankheit. Dadurch seien vor allem Jagdhunde gefährdet, wenn sie in Kontakt mit infizierten Wildschweinen kämen, so Mann. Für die Hunde normaler Hundehalter sei die Krankheit kein Thema. Für sehr gering hält er auch die Gefahr, dass sie auf die Hausschweine übergreife. Bei Hunden endet die Krankheit immer tödlich, eine Impfung ist nicht möglich. Ein flächendeckendes Monitoring, um das Virus bei Wildschweinen festzustellen, gibt es nicht. Es sei ein Risiko, aber die Wahrscheinlich sei glücklicherweise sehr gering, so der Veterinär.