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Schlachtbetriebe im Rhein-Sieg-Kreis: Prüfer stellen keine Mängel fest

Kontrollen im Rhein-Sieg Kreis : Prüfer stellen keine Mängel in Schlachtbetrieben fest

Keiner der 27 kontrollierten fleischverarbeitenden Betriebe im Rhein-Sieg-Kreis hat nach Angaben der Bezirksregierung gegen die Corona-Schutzauflagen verstoßen. Unterdessen plant der Kreis nun auch Corona-Tests bei Saisonarbeitern in der Landwirtschaft.

Es gibt gute und weniger gute Nachrichten aus dem Regierungsbezirk Köln. Wie aus dem aktuellen Lagebericht der Bezirksregierung vom Mittwoch hervorgeht, wurden in keinem Schlachtbetrieb des Regierungsbezirks Köln Arbeitsschutzmängel in Bezug auf die Ausbruchsprävention für das Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt.

Am Montag haben zehn Gewerbeaufsichtsbeamte insgesamt 27 fleischverarbeitende Betriebe hinsichtlich der Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen und dem Schutz der Beschäftigten vor einer Ausbreitung des Coronavirus überprüft, darunter auch die Firma Willms Fleisch in Ruppichteroth.

Keine Firma hat eigene Werkarbeiter-Unterkünfte

Viele der Betriebe stellten sich laut Lagebericht dabei als kleine Metzgereien heraus. Nur acht Firmen beschäftigen mehr als 100 Mitarbeiter. „Kein fleischverarbeitender Betrieb stellt eigene Unterkünfte, für die unsererseits ein Betretungsrecht bestünde, jedoch vermieten einige Betriebe Wohnungen an Werkvertragnehmer. Oftmals erfolgen die Akquise, Vermittlung und Unterbringung der Werkvertragnehmer über weitere Subunternehmer“, heißt es in dem Bericht, der dem GA vorliegt.

Insgesamt habe sich die Corona-Lage zuletzt „kaum wesentlich geändert“, heißt es. Bei der Inzidenz der Fälle, die pro Woche pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind, gibt es neben dem Kreis Heinsberg (20,1) nur den Kreis Euskirchen, der mit 19,7 Corona-Fällen pro 100 000 Einwohnern etwas heraussticht. Zum Vergleich: Im Rhein-Sieg-Kreis gab es zuletzt innerhalb einer Woche 3,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, in Bonn 5,2.

Drei Einsatzkräfte aus dem Kreis sind infiziert

Laut Lagebericht sind im Rhein-Sieg-Kreis aktuell drei Einsatzkräfte aus dem Bereich Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz mit Sars-CoV-2 infiziert, 19 befinden sich in Quarantäne. Das ist die höchste Zahl im Regierungsbezirk. Lediglich in Köln (2) und Heinsberg (1) gibt es ebenfalls Fälle.

Der Rhein-Sieg-Kreis plant in 135 Alten- und Pflegeeinrichtungen rollierend auf das Coronavirus zu testen; dabei sollen die Bewohner zunächst einmalig und das Personal in regelmäßigen Abständen abgestrichen werden. Begonnen wird in zwölf Einrichtungen, in denen bereits Corona-Fälle aufgetreten waren. Zudem sollen bei Saisonarbeitskräften aus Unternehmen im landwirtschaftlichen Bereich und aus Schlachtbetrieben Abstriche genommen werden, sofern diese in Sammelunterkünften untergebracht sind.

Für eine abschließende Klärung sei die Bezirksregierung durch den Landrat angeschrieben worden. Ab dieser Woche soll außerdem die Kontaktpersonenermittlung mit Unterstützung von Mitarbeitern der Kommunen ausgeweitet werden.

Noch eine gute Nachricht: Es gibt offensichtlich genug Schutzausrüstungen. Das Lager des Technischen Hilfswerks (THW), das Verteilzentrum für die Kreise und kreisfreien Städte ist, befindet sich dem Lagebericht zufolge „aufgrund der vorangegangenen großen Materiallieferungen derzeit am Rande der Kapazitätsgrenze“.