Auszeichnung für Schulsanitäter aus Much: Rettung in letzter Minute

Auszeichnung für Schulsanitäter aus Much : Rettung in letzter Minute

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spricht den Schulsanitätern Lea Piduch und Jan Walter eine Belobigung aus. Sie retteten einem Mitschüler bei einem epileptischen Anfall das Leben.

Für ihren Erste-Hilfe-Einsatz belobigte die Bezirksregierung Köln die beiden Schulsanitäter Lea Piduch und Jan Walter aus Much. Im Namen der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte Sigrun Köhle, Abteilungsleiterin der Bezirksregierung Köln, den beiden ihre Urkunden. Im Frühjahr dieses Jahres erlitt ein Klassenkamerad der zwei Zehntklässler nach einem epileptischen Anfall einen Herzstillstand vor der Turnhalle der Realschule Much.

Die Schulsanitäter Piduch und Walter waren zu dem Zeitpunkt vor Ort und haben auf den Beginn des Sportunterrichts gewartet. „Wir haben sofort die Umgebung gesichert“, sagte Jan Walter. Während der Krämpfe sorgten beide dafür, dass sich der Patient nicht verletzte. „Dann haben wir ihm den Rucksack ausgezogen und ihn in die stabile Seitenlage gebracht“.

Als der Krankenwagen auf dem Weg war, hat Walter keinen Puls mehr bei seinem Mitschüler festgestellt und begann sofort mit der Herzdruckmassage. Die Notärzte, die nach sieben Minuten eintrafen, setzten die Reanimation im Einsatzwagen erfolgreich fort. Der Rettungsdienst brachte den Schüler anschließend in eine Klinik. „Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem 'Tag der Johanniter', ein Landeswettkampf“, sagte Piduch. „Wir haben uns das ganze Jahr vorbereitet und Reanimation in der Gruppe geübt“. Deswegen seien beide während des Vorfalles ruhig geblieben.

Seit 2013 sind Piduch und Walter Teil des Johanniter-Schulsanitätsdienst der Realschule Much. Ihren Schulabschluss haben sie im Sommer gemacht und den Schuldienst verlassen. Ehrenamtlich tätig sind beide jedoch weiterhin: Jan Walter macht sein Fachabitur und hilft nebenbei zum Ausgleich bei der Freiwilligen Feuerwehr sowie bei den Johannitern. Lea Piduch macht eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten und versucht, so oft wie möglich an den Treffen der Johanniter teilzunehmen.

Die Belobigung durch die Bezirksregierung war zwar eine große Ehre für die Beiden, es schwang aber auch ein bisschen Verwirrung mit: „Es sollte doch selbstverständlich sein zu helfen“, sagte Piduch. „Eigentlich war es Dank genug, dass es unserem Mitschüler wieder gut geht“. Jan Walter sei sogar verdutzt gewesen, dass es für so etwas eine Auszeichnung gebe.

Durch die Belobigung möchten Lea Piduch und Jan Walter erreichen, dass mehr Menschen auf Einrichtungen wie die Johanniter aufmerksam werden und andere animieren, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen. Ein Kompliment bekam Lea Piduch von einer 13-jährigen Sanitäterin aus der Jugendgruppe der Johanniter: „Lea, du bist mein großes Vorbild“. Derartige Rückmeldungen förderten den Ehrgeiz und die Motivation, so Piduch.