Regionale 2025: Geschäftsführer sagt, wie es um das Projekt steht

Bergisches Rheinland : So steht es derzeit um die Regionale 2025

Reimar Molitor ist Geschäftsführer der Regionale 2025 und hat im Kreiswirtschaftsausschuss über die Arbeit der Gesellschaft berichtet. Trotz durchwachsener Ergebnisse hält er fest: „Nicht jammern.“

Eher ernüchternd waren die Ausführungen von Reimar Molitor, Geschäftsführer der Regionale 2025, im Kreiswirtschaftsausschuss über den Stand der Projekte zur strukturellen Entwicklung im sogenannten Bergischen Rheinland. Das Gebiet der Regionale 2025 umfasst den Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis sowie den östlichen Teil des Rhein-Sieg-Kreises, zu dem Lohmar, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Hennef, Eitorf und Windeck gehören. Dieser eher ländlich geprägte Raum soll mit konkreten Vorhaben entwickelt werden, dass er aus dem "Schlagschatten der Rheinschiene" (Molitor) heraustreten kann.

Molitor hob in seinem etwa halbstündigen Vortrag die Vorteile der Region mit ihrer Mittelgebirgslandschaft, ihren Talsperren ("absolutes Alleinstellungsmerkmal") und "spannenden Mittelstädten" hervor. Die eigentliche Herausforderung seien die Versorgung und der Umbau der Großregion, die zwar Mobilitätsprobleme habe, aber etwa mit der Siegstrecke der Bahn besser angeschlossen sei als viele andere Regionen. Während sich im östlichen Gebiet eher Industrie angesiedelt habe, würde sich die Branche aus Technologie und Logistik eher in die Nähe von Köln und Bonn konzentrieren.

Geschäftsführer Molitor: Der Raum ist zum Glück nicht Thüringen

"Unsere Leitidee: Nicht jammern. Der Raum ist zum Glück nicht Thüringen", sagte Molitor. Denn so ländlich dieser auch sei, er sei dennoch ein starker Standort für Arbeit, Wohnen und Naherholung, und die Bezeichnung "Bergisches Rheinland" würde sich immer mehr "festbeißen".

Die angestrebten Förderprogramme befänden sich derzeit im "Windschatten" der anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen, meinte Molitor, sodass sich noch einiges ändern könnte, wenn Politiker Projekten einen Schub geben wollten. Lediglich zwei Projekte sind im sogenannten A-Status, wo der Förderzugang geklärt und damit die Kosten- und Finanzierungssicherheit gewährleistet ist: der Innovation Hub Bergisches Rheinland (IHBR) in Gummersbach (6,5 Millionen Euro), wo mittelständige Unternehmen aus der Region bei Digitalisierungsprojekten unterstützt werden, und die Mobilstationen für die acht Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises mit 5,6 Millionen Euro.

Rhein-Sieg-Kreis: Frühwarnsystem für Starkregen in „Status B“

Das Frühwarnsystem Starkregenereignisse für den Rhein-Sieg-Kreis und der Agger-Sülz-Radweg haben derzeit den Status B. Das heißt: Diese Projekte befinden sich noch im Qualifizierungsprozess und müssen konkretisiert werden. Dabei warten die Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis so sehr auf das Frühwarnsystem, bei dem die Informationen von Messstellen und kommunalen Einsatzkräften in einer App zusammengeführt werden sollen, die anzeigt, wann Schutzmaßnahmen erforderlich sind. "Wir brauchen den Blick nach vorne", sagte Molitor. "Bei bestimmten Projekten brauchen wir Ruhe, vor allem dann, wenn wir auch privates Geld bekommen."

Sprecher aus nahezu allen Fraktionen begrüßten den Vortrag Molitors und regten an, öfter einen Überblick über die Arbeit der Regionale 2025 zu geben. "Wir waren manchmal abgehängt", sagte Burkhard Hoffmeister (Grüne). Molitor sagte das zu. Spätestens Ende des ersten Quartals/Anfang des zweiten Quartals 2020 will er wieder nach Siegburg kommen. Dann legt er Strategiepapiere vor, die sich mit den Übergängen der Kreise beschäftigen, wo sich Kommunen etwa in Fragen der Schul- und Gesundheitsversorgung zusammentun könnten. "Die Lage in den Kommunen ist extrem angespannt. Je kleiner sie sind, desto mehr", sagte er.

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