Frau aus Eitorf seit 2012 verschwunden: "Mord ohne Leiche" wird ab heute neu verhandelt

Frau aus Eitorf seit 2012 verschwunden : "Mord ohne Leiche" wird ab heute neu verhandelt

Seit 2012 ist Sandra D. aus Eitorf spurlos verschwunden. Ein Angeklagter wurde bereits verurteilt, vom dem Opfer fehlt jede Spur. Ab heute wird der Fall neu verhandelt.

Der Fall um den "Mord ohne Leiche" wird ab heute noch einmal komplett neu aufgerollt. 15 Prozesstage hat das Gericht bis 14. November angesetzt, alle Zeugen müssen erneut vernommen werden.

Seit dem 8. September 2012 ist die damals 42-jährige Sandra D. aus Eitorf-Bach spurlos verschwunden. Und niemand bezweifelt ernsthaft, dass die zweifache Mutter tot ist. Doch wer sie tötete, steht nach wie vor nicht fest. Zwar wurde ihr 43-jähriger Ehemann 2014 vom Bonner Schwurgericht wegen Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt, doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil 2015 auf und verwies den Fall zur Neuverhandlung zurück ans Bonner Landgericht. Die zuständige 1. Große Strafkammer setzte Dirk D. im März auf freien Fuß.

Der Verdächtige hatte die Tat zunächst gestanden und grausame Details geschildert. Im Prozess 2014 erklärte Dirk D. dann, das alles habe er nur erfunden, weil die Geliebte auf solche Geschichten gestanden habe.

Für den neuen Prozess hat die 1. Große Strafkammer zwei Sachverständige beauftragt, die bei der Wahrheitsfindung helfen sollen: Ein Toxikologe soll Auskunft geben, ob es möglich ist, einer schlafenden Person Sedative einzuflößen, wie Dirk D. zunächst erklärt hatte. Überdies soll die Berliner Professorin Renate Volbert zu der Frage gehört werden, welche wissenschaftlichen Anhaltspunkte es für falsche Geständnisse gibt – ein Thema, zu dem die Wissenschaftlerin geforscht hat. (ga)

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