Mit der Katharinenkirmes kehrt das Mittelalter zurück nach Stadt Blankenberg.

Katharinenkirmes : Das Mittelalter kehrt nach Blankenberg zurück

Die einstige Katharinenkirmes bot als Mittelaltermarkt allerlei Spektakel an. Aus ganz Deutschland reisten Landknechte am Wochenende an.

Die Tradition stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde Anfang des Jahrtausends neu belebt: seit 2003 bevölkern Spielleute, Gaukler und Handwerker Marktplatz, Kirchplatz und Metildisstraße in der mittelalterlichen Stadt Blankenberg. Sie lösten damit die Schausteller der einstigen Katharinenkirmes ab. An sie erinnert noch der Name des heutigen Mittelaltermarktes.

Zu dem Markt reisen Menschen aus ganz Deutschland an, etwa die historisch gekleideten Landsknechte. Vom Bodensee und aus Mittelhessen kommen sie seit 12 Jahren zum Spektakulum vor historischer Kulisse. „Beim ersten Mal haben wir noch im Zelt übernachtet“, erzählt eine Mitreisende von der Tradition, die die Landsknechte das ganze Jahr über an verschiedenen Orten pflegen. Im November war es dann zu kalt dafür und so nächtigt die Truppe seit elf Jahren im Haus Sonnenschein. Und: „Wir haben jetzt schon für das nächste Jahr gebucht.“

Der Mitbegründer des zweitägigen Treibens, Peter Blachetta, ist ihr Gastgeber. Er hat sein Haus, das, wie das Panorama-Café, inzwischen Sebastian Bourmann, dem Burgherren der Burg Welterode gehört, zu dieser Zeit immer voll. Zusammen mit dem Siegburger Verein Zaorien hatte Blachetta die Mittelalter-Kurzweyl aus der Taufe gehoben. Noch heute wird es von den „Karnevalsfreunden Stadt Blankenberg“ und dem Mittelalterverein organisiert.

Fester Bestandteil ist jeweils das Badehaus, das die „Wölfin“ (Marita Wolf) betreibt. Seit 14 Jahren steht sie mit ihrem hölzernen Badezuber auf dem Marktplatz und lädt ein ins warme Nass, in dem den Badegästen Met kredenzt wird. Das nutzt der inzwischen zum „Zuber-König“ gekürte Mariö aus Bad Neuenahr regelmäßig. Die „Königinnen der Wechseljahre“, wie sie sich selbst nennen, sorgen direkt gegenüber auf der Bühne für Unterhaltung. Als „Mucker Pazza“ machen „Brunhilla“, „Josefine, die Schlagfertige“, „Anna de Parthos“ und „Alea, das Tanzweib“ mittelalterliche Musik auf Flöten, Trommeln und Dudelsack. Dazu tanzen sie und machen „allerlei Spöckes und Quatsch“. Vor zwei Jahren waren sie das erste Mal in dieser Formation vor Ort und reisen aus Köln, dem Westerwald und Mainz an.

Von weit her kommt indes Lasse Kaumhaar. Auf dem Platz vor der Kirche bietet der Braunschweiger seit zehn Jahren seine Rentierfelle, Met und Senf an, weil es „hier so schön“ ist, wie er sagt. Darum ist auch Rudolf Huhn aus dem Westerwald immer mit seinen orientalischen Spezereien und Tees vertreten und bietet bis weit nach 22 Uhr seine Waren feil.

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