Feld bei Obereip: Foto zeigt offenbar in Eitorf gesichteten Wolf

Feld bei Obereip : Foto zeigt offenbar in Eitorf gesichteten Wolf

Ein Mitarbeiter eines landwirtschaftlichen Unternehmens hat ein Foto nordwestlich von Eitorf-Obereip geschossen, das einen Wolf zeigen soll. Es befindet sich nun zur Prüfung beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

180 Jahre galt er als ausgestorben, seit geraumer Zeit aber erobert er erneut die deutschen Wälder. Die Rede ist vom Wolf, der möglicherweise am Freitag im Rhein-Sieg-Kreis gesichtet worden ist. „Es handelt sich um ein Jungtier, das nicht älter als zwei Jahre alt ist“, vermutet Dietmar Birkhahn. Der Ehrenamtler ist Wolfsbotschafter beim Naturschutzbund Deutschland für den Oberbergischen Kreis und hatte von der Sichtung erfahren.

Seit dem Wochenende kursiert das Foto eines Tieres auf einem gemähten Feld in den sozialen Medien – sehr wahrscheinlich ein Wolf. Das Foto wurde laut Birkhahn am Freitagmorgen gegen 8.30 Uhr von einem Mitarbeiter eines landwirtschaftlichen Unternehmens nordwestlich von Eitorf-Obereip gemacht und befindet sich nun beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV).

„Dort wird es nach dem Mehr-Augen-Prinzip beurteilt“, sagt der Wolfsexperte. Verschiedene Fachleute prüfen das Foto und werten es aus, um sicher einen Wolf identifizieren zu können. Das könne dauern, so Birkhahn, der erklärt, dass Wolfssichtungen derzeit in NRW keine Seltenheit seien. „Die jungen Wölfe kommen im Mai zur Welt. Die Eltern werfen dann die älteren Jungen raus, und die machen sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause“, so der Experte.

(Dieses Video gehört zu einer Kooperation von GA und WDR.)

Er vermutet, dass das gesichtete Tier auf Partner- und Reviersuche und daher auch nur auf der Durchreise ist. Denn erst, wenn sechs Monate kontinuierlich ein Wolf in einem Gebiet gesichtet werde, werde dieses zum Wolfsgebiet erklärt. Das bedeute, dass die Tierhalter Entschädigungen erhielten, wenn ihre Weidetiere gerissen würden.

Neben Fotos gibt es auch die Möglichkeit, Wölfe anhand von DNA-Proben an gerissenen Tieren nachzuweisen oder aber durch Kot- und Urinproben. Allerdings müssen diese Proben innerhalb von 24 Stunden genommen werden. „Der Wolf ist bei vielen Schafhaltern zwar nicht willkommen, aber viele versuchen mit der Situation umzugehen“, sagt der Wolfsberater. Seit mehr als fünf Jahren beschäftigt er sich mit den Tieren und weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass Wolfssichtungen gemeldet werden. Das ist auf www.wolf.nrw.de oder über die Hotline 0 23 61/30 50 möglich.

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