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Weco-Chefpyrotechniker Georg Alef: Er bringt Köln zum Funkeln

Weco-Chefpyrotechniker Georg Alef : Er bringt Köln zum Funkeln

Der Mann ist ein Komponist. Nicht unbedingt im klassischen Sinne. Dennoch schafft er es, Musik mittels Feuerwerk sichtbar werden zu lassen. Georg Alef, Leiter der Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung bei Europas größtem Feuerwerkshersteller Weco in Eitorf, zeichnet seit 2001 mit seinem geradezu künstlerischem Gespür bei der Verbindung von Musik und Pyrotechnik für eines der größten Spektakel in der Domstadt verantwortlich: die Kölner Lichter.

Am Samstag präsentiert er während der 16. Ausgabe dieses einzigartigen Spektakels sein neues Programm „Kontraste“.

Das Motto „Kontraste“ ist für Alef wie das Leben selbst, nämlich voller Gegensätze. „Ich bin eigentlich eher der romantische Typ und mag es gerne etwas leiser und stimmungsvoll. Dennoch muss es natürlich auch mal krachen“, sagt Alef, der am Mittwoch letzte Hand anlegte, bevor insgesamt sechs Tonnen Pyrotechnik nach Köln transportiert wurden. Laut und leise, alt und neu, bildhaft und strukturiert, Klassik und Rock, Mozart und Techno-Gegensätze also, die laut Alef auch zur Grundausstattung eines guten Feuerwerks gehören.

Alefs 29-minütige Pyrotechnik-Sinfonie wird mit diesen Gegensätzen spielen und am Samstag ab 23.30 Uhr der Höhepunkt der Kölner Lichter sein. „Im Computerzeitalter ist es keine große Kunst mehr, alles auf die Hundertstelsekunde genau abzuschießen. Nach 20 Minuten wird diese Art von Perfektion allerdings meiner Meinung nach ein wenig langweilig. Es ist wichtig, einen Spannungsbogen zu schaffen. Wir möchten mit Feuerwerk Geschichten erzählen“, sagt Alef.

Etwa eine Million Besucher werden zu dem Spektakel am Samstag in Köln erwartet, bei dem Alef gemeinsam mit seinem Team rund 20 000 Schüsse synchron und taktgenau zur passenden Musik von zwei Rheinschiffen abfeuert, die zwischen der Hohenzollern- und der Zoobrücke liegen. Gestartet wird mit Tschaikowskis Polonaise aus der Oper „Eugen Onegin“. Laut dürfte es bei „Highway to Hell“ von AC/DC werden, leise bei Katie Meluas „Closest Thing to Crazy“ und bei dem Techno-Stück „Catch and Release“ von Matt Simons werden die Pyrotechniker passend zu den Beats etwa 1500 Single-Shots abfeuern.

In einem Durchmesser von sechs Metern wird zudem das Konterfei der „Königin der Nacht“, titelgebend für die Arie aus Mozarts „Zauberflöte“, am Kölner Nachthimmel erstrahlen.

Das Feuerwerk liegt den Alefs übrigens im Blut. Ehefrau Birgitte, ebenfalls Pyrotechnikerin, zeichnet am Samstag für das Begrüßungsfeuerwerk am Tanzbrunnen verantwortlich. Von den vier Kindern der Alefs (zwei Söhne und zwei Töchter) wollen in jedem Fall die Söhne in die Fußstapfen der Eltern treten und Pyrotechniker werden. Der 55-jährige Georg Alef, der seit 1988 für Weco tätig ist, gehört mittlerweile zu den besten Show-Design-Choreographen der Welt. „Sobald ich Musik höre, geht das Kopfkino an und ich stelle mir dazu das passende Feuerwerk vor“, sagt Alef.

Dieser Begabung und der Zusammenarbeit mit einem einzigartigen Team, zu dem auch Rolf Kurtseifer gehört, dürfte es zu verdanken sein, dass Weco im Jahr 2000 den goldenen Jupiter bei den Feuerwerksweltmeisterschaften in Montreal gewann und 2004 sogar die Platinausgabe einheimste, nachdem Alefs pyrotechnisches Programm vom 50-köpfigen Orchester der Jungen Sinfonie Köln musikalisch live unterlegt worden war. Auch Alefs Kontrast-Programm für die Kölner Lichter dürfte erneut eindrucksvoll werden, aber der Pyrotechnik-Komponist blickt bereits nach vorne. „Ich habe schon ein paar Ideen für die Kölner Lichter im nächsten Jahr“. sagte Alef. „Nach den Lichtern ist halt vor den Lichtern.“