Kreisparteitag der SPD Rhein-Sieg: Denis Waldästl zum Landratskandidaten gekürt

Kreisparteitag der SPD Rhein-Sieg : Denis Waldästl zum Landratskandidaten gekürt

Denis Waldästl aus Sankt Augustin geht für die SPD im Rhein-Sieg-Kreis als Landratskandidat ins Rennen. Einstimmig haben die Delegierten den 31-Jährigen beim Kreisparteitag in Eitorf gewählt.

Klarer hätten die Delegierten der SPD im Rhein-Sieg-Kreis ihr Votum nicht fällen können: Einstimmig wurde der Sankt Augustiner SPD-Vorsitzende und derzeitige Vizelandrat Denis Waldästl auf dem Kreisparteitag der Sozialdemokraten in Eitorf zum Kandidaten für die Landratswahl im Jahr 2020 nominiert. Große Zustimmung erntete der 31-Jährige für seine politische Agenda, aber auch Hinweise der Delegierten, den in der Agenda beinhalteten Klimaschutz stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Bereits Mitte Juni hatte der Kreisvorstand der SPD seine Unterstützung für Waldästls Kandidatur bekanntgegeben. „Er ist die richtige Antwort für die Herausforderungen, die wir bei dieser Wahl haben“, bekräftigte Sebastian Hartmann als SPD-Kreisvorsitzender seine Unterstützung. Waldästl stehe seit Jahren für eine Politik, bei der er „nicht über Köpfe hinweg“ agiere, sondern sich um die Menschen kümmere, moderiere und Probleme löse, so Hartmann. „Solche Leute brauchen wir viel, viel mehr in der Politik.“ Allerdings dürfe die SPD den Kandidaten nicht als Einzelkämpfer ins Rennen schicken, warb Hartmann um breite Unterstützung an der Basis. Dass diese geschlossen hinter dem jungen Landratskandidaten steht, unterstrichen weitere Delegierte vor der Abstimmung: Waldästl biete ein gutes Angebot, das auch junge Wähler anspreche.

Wie berichtet, setzt der SPD-Landratskandidat auf einen politischen Plan „Rhein-Sieg-Kreis 2040 – Zukunft einfacher machen“, der aus fünf zentralen Säulen besteht: Mobilität solle ökologisch und bezahlbar für alle sein. Er wolle dafür werben, das Wiener Modell, also die Nahverkehrsnutzung im Verkehrsverbund Rhein-Sieg für umgerechnet einen Euro am Tag, einzuführen. Finanziert werden soll dies durch mehr öffentliche Förderung und zweckgebundene Verwendung der Einnahmen aus Parkgebühren, so Waldästl, der auch den Radverkehr stärken will: „CDU und Grüne haben deutlich gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, eine Verkehrswende vor Ort zu gestalten. Der Rhein-Sieg-Kreis baut in diesem Jahr genau Null neue Meter Radwege – ein tolles Signal, wenn man den Radverkehr in der Region stärken will.“

1500 neue Wohnungen pro Jahr gefordert

Das Wiener Modell will er auch für den Wohnungsbau nutzen: Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft soll 1500 Wohnungen im Jahr bauen, um schnell und dauerhaft günstigen Wohnraum für Alle zu schaffen. Sicher und erreichbar für alle solle auch die Gesundheitsversorgung werden und bleiben: Dafür arbeite er an einem Gesundheits- und Pflegeplan 2030, aber auch bereits an konkreten Problemen, die der amtierende Landrat aus seiner Sicht unzureichend angehe, betonte Waldästl bei der Vorstellung seiner Agenda: Bereits in der kommenden Woche werde er versuchen, einen Runden Tisch mit allen beteiligten Akteuren von Uniklinik Bonn und dem Asklepios-Konzern zu initiieren, um eine Zukunftsperspektive für die Kinderklinik in Sankt Augustin zu schaffen.

Beim Thema Wirtschaft setzt Waldästl auf Bewährtes aus seiner Heimatstadt Sankt Augustin: Ein Wirtschaftsbeirat mit großen Arbeitgebern, Gewerkschaften, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie der Industrie- und Handelskammer und dem Handwerk soll den Rhein-Sieg-Kreis zukünftig bei wirtschaftspolitischen Fragen beraten. „Wir müssen die Ideen und Kreativität von Unternehmern und Arbeitnehmern nutzen.“

Dass eine solche Vernetzung Früchte trage und Mehrwert schaffe, belege die Neunkirchen-Seelscheider SPD-Bürgermeisterin Nicole Sander, die in einem ersten Projekt die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg in den ländlichen Raum gebracht habe. Daran will der Landratskandidat anknüpfen: Zusammen mit der Hochschule und der Universität Siegen solle an der oberen Sieg ein Forschungscampus entwickelt werden, der Forschung, Entwicklung und Arbeitsplätze in die Region bringe. Zudem werde er dafür bei den Bürgermeistern werben, Kindergartenplätze im gesamten Kreis zukünftig kostenfrei anzubieten.

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