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Spektakel über dem Rhein: Das ist für das Feuerwerk der Kölner Lichter geplant

Spektakel über dem Rhein : Das ist für das Feuerwerk der Kölner Lichter geplant

Mit „Paintings – Die Feuermaler von Köln“ verbinden Weco-Pyrotechniker Georg Alef und sein 50-köpfiges Expertenteam in diesem Jahr Malerei und Musik zu einer farbenfrohen und prächtigen Inszenierung - ein Ausblick.

Georg Alef ist ein Künstler und ein Komponist von Farben und Effekten, die er kongenial mit der passenden Musik verbindet. Seit 2001 zeichnet Alef für die „Kölner Lichter“ verantwortlich und was der Leiter für Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung bei Europas größtem Feuerwerkshersteller Weco in Eitorf in den vergangenen 17 Jahren bei einem der eindrucksvollsten Feuerwerks-Spektakel Deutschlands per Pyrotechnik an den nächtlichen Himmel der Domstadt malte, war jedes mal faszinierend.

Auch für die 18. Ausgabe der Traditionsveranstaltung, die am Samstag, 21. Juli, wieder rund eine Million Menschen nach Köln locken wird, hat sich Alef wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er lässt den Himmel über Köln zur Leinwand werden.

Mit „Paintings – Die Feuermaler von Köln“ verbinden Alef und sein 50-köpfiges Expertenteam in diesem Jahr Malerei und Musik zu einer farbenfrohen und prächtigen Inszenierung. Am vergangenen Samstag legte er in Wecos Eitorfer Hauptsitz gemeinsam mit Ehefrau Brigitte, Sohn Max und Rolf Kurtseifer und weiteren Teammitgliedern letzte Hand an und half beim Verpacken der Pyrotechnik.

Bei der Wahl der passenden Musik arbeitete Alef wieder eng mit seinem musikalischen Berater Sebastian Hässy von der Jungen Sinfonie Köln zusammen. „Bevor wir uns an die Auswahl der Musik gemacht haben, hatte ich schon konkrete Bilder des Feuerwerks im Kopf. Zum ersten Mal haben wir die Musik passend zum Feuerwerk ausgesucht und nicht andersherum“, sagt der 57-Jährige, der seit 1988 für Weco tätig ist und mittlerweile zu den besten Show-Design-Choreographen der Welt gehört.

20.000 Schüsse zum finalen Feuerwerk

Das Hauptfeuerwerk, das gegen 23.30 Uhr zwischen Hohenzollern- und Zoobrücke beginnt, wird verschiedene Kunstepochen abbilden. Neben Impressionismus, Romantik, Expressionismus und Pop-Art werden Surrealismus und Kubismus am Himmel zu bestaunen sein. Etwa 20.000 Schüsse wird Alef mit seinem Team synchron und taktgenau zur Musik per Fernsteuerung von zwei Rheinschiffen abfeuern.

Zur musikalischen Untermalung dieser von Alef erzählten Kunstgeschichte greift das Team in diesem Jahr vorrangig auf bekannte Werke klassischer Musik zurück. Sieben Stücke von Strawinsky, Dvorak, Bizet, Tschaikowsky und Chatschaturjan wird es zu hören geben, die dafür aber umso mehr Raum bekommen. Bei der Darstellung von Expressionismus und Pop-Art bricht die Musik überraschend aus der Klassik aus. Die Wahl bei diesem Thema fiel auf Marylin Monroes „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“, während der expressionistische Teil mit Deutschrapper Marterias „Feuer“ unterlegt wird. „Jede Strophe des Hip-Hop-Stücks wird dabei in einer eigenen Farbe inszeniert“, so Alef.

Die Einleitung zum Thema „Kunst“ erfolgt beim Auftakt des Feuerwerks über eine alltägliche Familienszene, in der Kinder in einem unbeobachteten Moment über den Blattrand hinausmalen. „So, wie Kinder das nun mal machen“, sagt Alef. Die Farbe landet indes nicht auf der Tapete, wie in der Hörspielszene, für die Alef seine Tochter und seine beiden Enkel gewinnen konnte, sondern im Himmel über Köln.

Großer Bilderrahmen um Schiff auf dem Rhein

Um die Szene zur Musik von Chatschaturjans „Säbeltanz“ bildlich darzustellen, wird das Schiff auf dem Rhein mit einem sieben mal sieben Meter großen Bilderrahmen ausgestattet, aus dem das Feuerwerk anschließend auf die große „Leinwand“ überspringt und die einzelnen Kunstepochen nachzeichnet. Zum Finales wird der Nachthimmel über Köln zu den Klängen von Tschaikowskis 1812-Ouvertüre mit großen, gleißenden Silberfarben pyrotechnisch bemalt.

Die Idee zum Thema „Paintings“ kam Alef beim Anblick des Richter-Fensters im Kölner Dom: „Der Westflügel des Doms mit Blick auf das Fenster zählt zu meinen absoluten Lieblingsorten in Köln, sagt Alef. „Gerhard Richter ist einer der größten noch lebenden Künstler und das Fenster strahlt durch die zufällige Anordnung der Farben so viel Lebendigkeit aus.“ Es wird auch zu Beginn des Feuerwerks beim „Säbeltanz“als Teil der Kinderzeichnung zu sehen sein.

Das Hauptfeuerwerk der Kölner Lichter startet am kommenden Samstag um 23.30 Uhr. Die sechs Nebenfeuerwerke finden in diesem Jahr in Porz, Rodenkirchen, an den Poller Wiesen, dem Rheinauhafen, dem Tanzbrunnen und in Riehl statt. Beginn ist gegen 21.50 Uhr in Porz. Das Bühnenprogramm im Tanzbrunnen gestalten Guildo Horn und die Orthopädischen Strümpfe sowie weitere musikalischen Gäste.