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Gesellschaftskritik erwünscht: Das ist die Gewinnerin des Jugendkunstpreises im Rhein-Sieg-Kreis

Gesellschaftskritik erwünscht : Das ist die Gewinnerin des Jugendkunstpreises im Rhein-Sieg-Kreis

Lea-Sue Zorlu vom Gymnasium Siegburg Alleestraße hat mit ihren reißenden Bestien den Jugendkunstpreis gewonnen. Am Sonntag war Ausstellungseröffnung.

„Ich habe mitgemacht, damit andere meine Bilder sehen“, das war die offenherzige Antwort von Jana Sommerhof. Sie besucht das Städtische Gymnasium Rheinbach und beschäftigt sich schon lange mit Kunst: „Ich zeichne bereits seit 2017“, erzählt die 16-Jährige. Sie ist eine von 27 Einzelteilnehmerinnen, die sich um den 23. Jugendkunstpreis des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Bonn Rhein-Sieg beworben hat.

Insgesamt gab es 42 Bewerberinnen und Bewerber sowie vier Gruppenbewerbungen aus 17 Schulen der Region, sagte Lene Enghusen vom BBK. Es habe keinerlei Aufgabenstellungen gegeben. Die Beiträge sollten gesellschaftskritisch und selbstständig erarbeitet sein, zudem kompositorisch und malerisch. Außerdem, so Enghusen, war eine Begründung verlangt, aus der hervorgehen sollte, warum das Kunstwerk geschaffen wurde. „Die Jury berücksichtigt bei der Prämierung den Grad der selbstständigen Leistung, den Grad der Beherrschung von ästhetischen Verfahren und Techniken sowie die Bedeutsamkeit der inhaltlichen Aussage“, hieß es.

27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 19 Jahren  schafften den Sprung in die engere Auswahl, darunter Avy Udalow, der sich nicht über eine Schule angemeldet hatte. Der 18-Jährige hat Spaß an der Malerei seit er einen Stift halten kann, meinte er lachend. Seit fünf Jahren arbeite er „professionell“, er wolle sich immer weiterentwickeln und verdiene sich mit dem Verkauf seiner Bilder auch schon ein paar Euro nebenbei.

Bei der Preisübergabe am Samstag im Kunsthaus Troisdorf durch Vizebürgermeister Rudolf Eich, Rainer Land, Amtsleiter Kultur und Sport beim Rhein-Sieg-Kreis, und Mike Baginy, Vorstand BBK Bonn Rhein-Sieg, konnten sich vor allem Meryem Karadeniz und Esra Gündogdu vom Kopernikus-Gymnasium in Niederkassel und Lea-Sue Zorlu freuen. Die 17- und 18-jährigen Niederkasselerinnen, die sich in der Q2-Qualifikationsphase befinden und in diesem Jahr das Abitur vor sich haben, holt sich den ersten Gruppenpreis mit sechs Stop-Motion-Filmen.

Sie vertraten die Q2-Grundkurse des Kopernikus-Gymnasiums Niederkassel: Meryem Karadeniz (.l) und Esra Gündogdu. Foto: Hans-Werner Klinkhammels

Dadaismus und das Beethovenjahr machen die Reise des Protagonisten im Film vielfältig und bescheren ihm ein offenes Ende, das den Betrachter zum Nachdenken anregen soll. Lea-Sue Zorlu vom Gymnasium Siegburg Alleestraße malt eine Kampfszene zwischen Hyänen, wobei diese für die Gesellschaft stehen, die reißenden Bestien gleich zerstörerisch auf das Individuum einwirken.

Eich findet für die jungen Künstler ermutigende Worte: „Bildende Kunst leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Kommunikationsbereitschaft innerhalb der Gesellschaft“, wobei der Jugendkunstpreis eine wichtige Brücke schlage zwischen Kunstunterricht in der Schule und dem freiem Kunstbetrieb. Und Land freute sich, dass Troisdorf mittlerweile, auch durch Aktionen wie diese, zu einem „Hotspot der Bildenden Kunst“ werde. Der Jugendkunstpreis bildet, so die Veranstalter, eine wichtige Brücke vom Kunstunterricht in der Schule zum freien und professionellen Kunstbetrieb.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. März jeweils samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 02241/1261581 im Kunsthaus, Mühlheimer Straße 23 in Troisdorf, zu sehen. Die Finissage am 15. März um 11.30 Uhr.