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Coronavirus: Rhein-Sieg-Kreis vermeldet zwei Tote

Personen aus Much und Meckenheim : Rhein-Sieg-Kreis vermeldet zwei Tote durch Coronavirus

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es die ersten beiden Todesfälle durch das Coronavirus, zwei Personen aus Much und Meckenheim sind an Covid-19 gestorben. Neu in Betrieb sind zwei Corona-Testzentren in Hennef und Rheinbach.

Der Rhein-Sieg-Kreis hat am Dienstag die ersten zwei Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet: Bereits am Morgen wurde bekannt, dass ein Mann aus Much an den Folgen seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verstorben ist. „Er war Passagier eines Kreuzfahrtschiffes und ist dort erkrankt“, sagte Landrat Sebastian Schuster beim Pressetermin am neu eröffneten Abstrichzentrum in Rheinbach. Der Mann sei aus dem Urlaub direkt in eine Münchner Klinik gebracht worden und dort am Montag gestorben.

Am Nachmittag teilte der Kreis einen weiteren Todesfall in Meckenheim mit. Insgesamt waren es am Dienstagnachmittag 356 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. 1790 Menschen sind in häuslicher Quarantäne, vier sind inzwischen wieder gesund. „Es gibt traurige Nachrichten, aber wir möchten auch das Positive melden“, sagte der Landrat.

Seit Montag läuft der Betrieb in den zwei neuen Abstrichzentren in Rheinbach und Hennef, die die Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Siegburger Helios-Klinikum entlasten sollen. Hier war es am Montag zu langen Schlangen gekommen. Nach Angaben der Stadt Siegburg will die KV die Wartenden jetzt daraufhin kontrollieren, ob sie einen Termin haben und ob die Uhrzeit stimmt. Die Wartezone führt seit Dienstag in die Humperdinckstraße.

Insgesamt 450 Abstriche pro Tag sind bisher an den drei Standorten im Kreis möglich. „Das Labor in Köln hat die Kapazitäten ausgebaut, sodass wir die Zahlen bedarfsgerecht weiter steigern können“, sagte Schuster. Er hoffe jedoch, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Erfolg zeigen.

In Hennef haben Stadt und Helfer in dreieinhalb Tagen eine überdachte Durchfahrt aus Containern aufgebaut: Hier funktioniert der Coronatest als Drive-In. Deshalb werden nur Personen getestet, die mit dem Auto vorfahren, Fußgänger und Radfahrer müssen nach Siegburg. An der Zufahrt kontrolliert ein Sicherheitsdienst den Termin, dann erfassen Mediziner die persönlichen Daten und gleichen sie mit der Überweisung vom Arzt ab. Der eigentlich Rachenabstrich durch das geöffnete Autofenster dauert nur Sekunden.

Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke dankte dem Möbelhaus XXXLutz, das seinen Parkplatz schnell und kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) koordiniert die Terminvergabe und hat eine Hilfsstelle für Patienten eingerichtet. Weitere Räume stehen nur den Mitarbeitern zur Verfügung. „Die Probennehmer können sich hier wie in einer Klinik mit Schutzkleidung ausstatten und anschließend desinfizieren“, erklärte Holger Hammer vom DRK.

Laut Pipke ist der Standort ideal: „Man muss nicht mitten durch die Stadt laufen, sondern nur den Wegweisern auf das Gelände folgen.“ Es sei auf dem Parkplatz sogar noch möglich, eine weitere Teststraße einzurichten.

Auch am zweiten neuen Standort des Rhein-Sieg-Kreises im Rheinbacher Freizeitpark ist viel Platz. Als Wartebereich ist die Tribüne des Stadions ausgewiesen, die Tests finden im Clubhaus des SC Rheinbach statt, das der Stadt gehört und das die Sportler zurzeit nicht benötigen. Hier sorgt der Malteser Hilfsdienst für einen reibungslosen Ablauf. Stefan Raetz sicherte als Sprecher der Bürgermeister im Kreis weitere Unterstützung zu: „Der Landrat und die Bürgermeister stehen eng zusammen – natürlich im übertragenen Sinne.“