Bahnhof Sechtem: Lösung in Sicht

Bahnhof Sechtem : Lösung in Sicht

Das mit giftigen Kohlenwasserstoffen belastete Erdreich soll in Spezialanlage entsorgt werden

BORNHEIM-SECHTEM. Am Bahnhof Sechtem ist ein Teil des Bodens verseucht. Im Zuge der Bauarbeiten für die Park-and-Ride-Anlage wurde eine Belastung mit schädlichen Stoffen festgestellt. Diese Belastung des Bodens könnte in der Verwendung von Teerölen begründet sein. Das sagte Rita Lorenz, Pressesprecherin des Rhein-Sieg-Kreises, dem GA auf Anfrage. Damit seien früher zum Beispiel Eisenbahnschwellen behandelt worden. Die genaue Herkunft der giftigen Stoffe sei aber noch nicht klar, so Lorenz.

Aus Steinkohle gewonnener Teer enthält hohe Anteile sogenannter polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend gelten. Seit 1970 ist die Verwendung dieses Teers zum Beispiel im Straßenbau verboten. Am Bahnhof Sechtem waren für einen Teil des Bodens hohe Werte von PAK festgestellt worden. Wie berichtet, war im Zuge der Bauarbeiten für die neue Park-and-ride-Anlage vor etwa zwei Monaten aufgefallen, dass rund 160 Kubikmeter Erdreich auf der Seite des Gewerbegebiets in Richtung Wesseling mit den giftigen Stoffen belastet sind.

PAK seien grundwassergefährdend, erklärte Kreissprecherin Lorenz. Deshalb habe das technische Umweltamt des Kreises mit der Stadt Bornheim vereinbart, dass der verseuchte Boden entnommen und gesichert entsorgt werden müsse. Das soll in einer speziellen Anlage für Sondermüll im Ruhrgebiet geschehen, wo das kontaminierte Erdreich verbrannt werde, so Lorenz weiter.

Die Stadt Bornheim hat bereits eine Fachfirma mit der Entsorgung der Altlasten beauftragt. Die entnommene kontaminierte Erde lagert am Bahnhof in abgedeckten Containern. Für Personen gehe davon keine Gefahr aus, sagte Lorenz auf Nachfrage: "Aus unserer Sicht ist die Zwischenlagerung sorgfältig erfolgt." Zudem handle es sich um ein "nicht stark frequentiertes Gewerbegebiet".

Die Luft sei nicht belastet, betonte sie. In den nächsten Tagen sollen die Container abtransportiert werden. Die Kosten für die Entsorgung - nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Henseler etwa 180 000 Euro - will die Stadt Bornheim sich von der Bahn zurückholen. Schon vor Wochen habe man das Unternehmen kontaktiert, hieß es aus der städtischen Pressestelle.

Den Eingang eines entsprechenden Schreibens könne die Deutsche Bahn noch nicht bestätigen, sagte ein Sprecher des Unternehmens gestern. 1995 sei das betreffende Grundstück an die Stadt Bornheim verkauft worden. Die Juristen der Immobilienabteilung würden nun die Verträge prüfen.

Angesprochen auf die Möglichkeit, dass die Verseuchung von Teeröl herrühren könnte, bestätigte der Bahnsprecher, dass es früher üblich gewesen sei, Holzschwellen - also sozusagen die Querstreben eines Bahngleises - damit zu behandeln. Heute werde dies nicht mehr gemacht, man verwende nun auch Beton statt Holz.

Noch nichts sagen wollte der Sprecher zu der Frage, ob eine Verseuchung durch Teeröl auch ein größeres Ausmaß haben und nicht nur örtlich begrenzt sein könnte. Grundsätzlich gelte: Wenn es Hinweise auf eine Gefährdung gebe, überprüfe die Bahn das auch, sagte der Sprecher, aber es werde nicht jedes einzelne Gleis mit Holzschwellen untersucht.

Unterdessen gehen die Arbeiten für die Park-and-ride-Anlage nach Angaben der Stadt Bornheim voran. Voraussichtlich im Januar solle die Anlage fertig sein, sagte Pressesprecherin Susanne Winkler. Ursprünglich geplant war Dezember. Die Verzögerung könne man aber nicht nur an dem Fund der giftigen Stoffe fest machen, so Winkler.

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