Linksrheinische Kommunen feiern Beethoven-Jubiläum mit Musikpicknicks

Musikpicknicks in der Natur : So feiern die linksrheinischen Kommunen den Beethoven-Geburtstag

Nicht nur Bonn, sondern auch der Rhein-Sieg-Kreis feiert den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Sechs linksrheinische Kommunen präsentieren das Werk des Musikgenies bei sechs Picknicks auf sechs Burgen.

Was der noch an Jahren junge, spätere Musikstar Ludwig van Beethoven an den umliegenden Orten seiner Geburtsstadt Bonn so schätzte, ist schnell erzählt: die Weite der Natur, die Menschen, die dort lebten und nicht zuletzt das heilende Wasser. 22 Jahre lebte das Musikgenie in der kurfürstlichen Residenzstadt am Rhein, bevor es ihn in die Musikmetropole Wien zog. Zumeist auf Schusters Rappen bereiste der junge Ludwig die Ortschaften, die heute dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis zugehörig sind. In Ersdorf beispielsweise, heute ein Ortsteil von Meckenheim, besuchte der elfjährige Ludwig zusammen mit seinem Vater Johann den befreundeten Musiker Carl Joseph Rheindorf.

Kein Wunder, dass die sechs linksrheinischen Kommunen zum 250. Geburtstag Beethovens einen musikalischen Beitrag leisten wollen, der sich mit dem Thema beschäftigt, welches den Komponisten in die Region lockte: die Natur. Gemeinsam laden die sechs Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg 2020 zum Reigen der Musikpicknicks ein. Von Sonntag, 10. Mai, bis Sonntag, 16. August, versprechen die Macher einen interessanten, in der Form noch nicht gehörten Dreiklang von sechs Terminen in sechs Burgen in sechs Kommunen.

Zum Geburtstag von Beethoven: Musikpicknick in der Region

Der Begriff Musikpicknick ist im Wortsinne zu verstehen: Wer mag, darf zum Konzert einen Picknickkorb mit seinen eigenen kulinarischen Vorlieben mitbringen oder sich einen portablen Schmaus bei der Rhein-Voreifel-Touristik vorbestellen. Der Ort der einzigartigen Programmvorstellung, Schloss Miel in Swisttal-Miel, ist mit Bedacht gewählt: Der Erbauer von Schloss Miel, Caspar Anton Freiherr von der Heyden - genannt Belderbusch -, war seit 1767 erster Minister Kurkölns und zugleich der Patenonkel und somit - wie damals üblich - Namensgeber des jüngeren Bruders von Ludwig van Beethoven, Kaspar Anton Karl van Beethoven, wie Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner berichtet.

Ein weiterer Bezug zu Beethoven ist, dass der Neffe des Grafen Belderbusch, Anton Reichsgraf von Belderbusch, in zweiter Ehe mit Beethovens Jugendfreundin Babette Koch verheiratet war. Dass bereits die linksrheinische Ouvertüre zum Beethovenjahr vor wenigen Tagen, in Form zweier Konzerte der Deutschen Streicherphilharmonie in der Meckenheimer Jungholzhalle und dem Rheinbacher Stadttheater, solch eine große Resonanz beim Publikum gefunden habe, nannte Landrat Sebastian Schuster "sehr ermutigend". Die Region zeige somit, "dass wir respektable Spielorte gefunden haben", so Schuster. "Wir wollen neue Zielgruppen für die Musik Ludwig van Beethovens erreichen", erklärte Ralf Birkner, Geschäftsführer der Beethoven-Jubiläums-Gesellschaft.

Mit Beethovens Musik neue Zielgruppen erreichen

Wer sich das facettenreiche Programm mit Muße betrachte, könne rasch feststellen, dass dieses Ziel erreicht werde. Die Konzerte zum Jubiläumsjahr sollten "allen Menschen und nicht nur kulturell interessierte Eliten ansprechen", skizzierte Kreiskulturdezernent Thomas Wagner die Philosophie des Programms. Wagner bedauerte, dass die Region bis dato nicht mehr aus dem Beethovenbezug des Bonner Umlandes gemacht habe. "Er ist 22 Jahre in der Region aufgewachsen, sozialisiert worden und hat seine musikalische Ausbildung genossen - länger als Mozart in Salzburg", meinte Wagner und fügte süffisant hinzu: "Und schauen Sie mal, was Salzburg von Mozart profitiert?"

Um zu zeigen, wie Beethoven in den Kommunen sowohl rechts als auch links des Rheins präsent war, sind jetzt an elf Stellen im Kreis Infostelen entstanden, auf denen die jeweilige Beethoven-Anekdote zu diesem Ort nachzulesen ist. Zu finden sind sie etwa in Rheinbach am Himmeroder Hof oder in Roisdorf am Brunnen, an dem der Komponist die Erfrischung der Mineralquelle suchte. "Die Stelen sind etwas Bleibendes - das reißen wir 2021 nicht wieder ab", erklärte Wagner. Eine neue Art, den Namen Ludwig zu buchstabieren, schlug Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles vor. "Linksrheinische und dauerhaft wunderbare interkommunale Gemeinschaft", so Spilles. Alles andere als vermessen sei es, Beethoven als "Sohn der Region" zu begreifen.

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