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Immobilienmarkt: Rekordumsatz im Rhein-Sieg-Kreis in 2019

Erhöhte Nachfrage nach Baugrund : Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt im Rhein-Sieg-Kreis

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis hat in der Gemeinde Windeck einen besonderen Nachfrageanstieg nach Baugrund registriert: Der Umsatz habe sich mit 4,2 Millionen Euro fast verdoppelt.

Einen Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt des Rhein-Sieg-Kreises meldet der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis und in der Stadt Troisdorf. Demnach sind 2019 rund 7000 Immobilien im Wert von insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro verkauft worden. Das Investitionsvolumen liegt damit im Vergleich zum Vorjahr um 200 Millionen Euro höher.

Auffällig ist eine steil anwachsende Nachfrage nach Baugrundstücken in Windeck. In der östlichen Rhein-Sieg-Gemeinde wurde mit rund 4,2 Millionen Euro fast doppelt so viel Umsatz gemeldet wie noch im Jahr zuvor.

Die meisten Grundstücksverkäufe

„Windeck hatte bei den unbebauten Grundstücken mit Abstand die meisten Verkäufe“, sagt Martin Kütt, Vorsitzender des Gutachterausschusses. „Das liegt sicherlich daran, dass einerseits die freien Baugrundstücke in Stadtnähe immer knapper und immer teurer werden, andererseits entdecken immer mehr Menschen, dass Windeck über die Schiene gut an die Städte angeschlossen ist.“

Immobilie ist nach wie vor eine attraktive Wertanlage

Dass Baugrund immer noch stark nachgefragt ist, merken die Kommunen schon daran, dass die Grundstücke im Nu verkauft sind, sobald neue Baugebiete ausgewiesen werden. „Die Region wächst, und die eigene Immobilie bleibt eine attraktive Wertanlage“, so Kütt.

Grafik Grundstücksmarktbericht Rhein-Sieg-Kreis 2020 Foto: GA-Grafik

Der Grundstücksmarktbericht ist gesetzlich vorgeschrieben und soll das Geschehen auf dem Grundstücksmarkt transparenter und für jedermann besser nachvollziehbar machen. Basis für die Auswertungen sind die notariell beglaubigten Kaufverträge, die anonymisiert in einer Datenbank erfasst und vom Gutachterausschuss und seiner Geschäftsstelle ausgewertet werden.

Preissteigerungen von mehr als zehn Prozent

Die „deutlichen Preissteigerungen“ bei Baugrund sowohl in den ländlichen als auch in den städtischen Bereichen von mehr als zehn Prozent erklärt sich Kütt mit der niedrigen Zinspolitik, „aber auch mit der Attraktivität des Rhein-Sieg-Kreises und dem knappen Angebot an Baulandflächen“.

Und weiter: „Die Nähe zu den Ballungsräumen und die deutlichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre in den umliegenden Großstädten führen dazu, dass sich die Menschen in der näheren Umgebung umschauen. Der Rhein-Sieg-Kreis verfügt über eine sehr gute technische und soziale Infrastruktur und ist daher sehr attraktiv. Bodenpreise jenseits der 400 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche sind in den einzelnen Städten des Rhein-Sieg-Kreises keine Seltenheit mehr“, so Martin Kütt.

Größte Nachfrage bei Immobilien in Stadtnähe

Die größte Nachfrage und damit die größte Wertsteigerung liegt also bei Immobilien in Stadtnähe, aber natürlich auch in den Rheinlagen wie etwa in Bad Honnef. Die meisten teuren Einfamilienhäuser wurden in Troisdorf verkauft: 49 Verkäufe lagen über der 500.000-Euro-Marke. Auf Platz zwei steht der Statistik nach Siegburg mit 28 Verkäufen in dieser Luxuskategorie, gefolgt von Wachtberg (27) und Sankt Augustin (23).

Der mittlere Kaufpreis für ein frei stehendes Einfamilienwohnhaus beträgt indes rund 370.000 Euro mit einer mittleren Spanne von 150.000 Euro in den ländlichen und rund 400.000 bis 500.000 Euro in den städtischen Bereichen.

Die Preise für Eigentumswohnungen, die ab 2010 gebaut wurden, liegen im Schnitt mit einer Größe von 70 bis 90 Quadratmetern bei 3300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, in Siegburg zahlt man aber auch schon mal mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter.

Allerdings spielen Mehrfamilienhäuser statistisch gesehen im Rhein-Sieg-Kreis keine große Rolle, so Kütt: „Das ist ein relativ kleiner Markt, und im ländlichen Raum werden Wohnungen in Mehrfamilienhäusern kaum nachgefragt.“

Preisniveaus im Rhein-Sieg-Kreis

In Alfter beispielsweise wurden die meisten Häuser (29 von 82) für 400.000 bis 500.000 Euro verkauft, in Bad Honnef ist die Verteilung der unterschiedlichen Preisniveaus zwischen 25.000 und 500.000 Euro relativ gleichmäßig, in Bornheim liegt der Durchschnittswert breit gefächert zwischen 300.000 und 500.000 Euro.

Und in Meckenheim, Hennef oder Wachtberg kann sich glücklich schätzen, wer ein Einfamilienhaus für unter 225.000 Euro bekommt. Die höchsten Umsätze bei Einfamilienhäusern verbuchten 2019 übrigens die Städte Hennef und Lohmar mit je rund 38 Millionen Euro.

Wachtberg liegt mit 33,4 Millionen Euro auf Platz drei. Schlusslichter sind Ruppichteroth mit knapp 11,7 Millionen Euro und Meckenheim mit knapp 11,1 Millionen Euro. Umsatzkönig bei Reihenend- und Doppelhäusern ist Troisdorf mit 51,7 Millionen Euro, gefolgt von Hennef mit rund 32,8 Millionen Euro.

In Eitorf und Windeck werden mit je 1,2 Millionen Euro die wenigsten Reihen- und Doppelhäuser verkauft. Dafür gibt es dort laut Statistik frei stehende Einfamilienhäuser für durchschnittlich zwischen 75.000 und 175.000 Euro und natürlich auch darüber.

Kütts Fazit: Am günstigsten kann man in Windeck Grund und Boden erwerben, am tiefsten müssen Interessenten rechtsrheinisch in Bad Honnef, Siegburg, Sankt Augustin, Niederkassel und Troisdorf in die Tasche greifen. Linksrheinisch werden in Alfter und Bornheim die höchsten Preise erzielt.