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Schülerprojekt in Hennef: Tanzen durchbricht Grenzen

Schülerprojekt in Hennef : Tanzen durchbricht Grenzen

Laute Musik tönte aus dem Tanzsaal der ADTV Tanzschule Lars Stallnig in Hennef, als die Teilnehmer am Community-Tanzprojekt "Unord" mit vollem Körpereinsatz ihr Programm probten.

Die Klasse 8 e der Kopernikus-Realschule sowie die Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) der Gesamtschule Meiersheide und einige jugendliche Flüchtlinge aus Hennefer Notunterkünften trainieren seit diesem Montag gemeinsam eine Choreografie, die sie am Sonntag, 13. Dezember, um 18 Uhr in der Aula der Kopernikus-Realschule, Fritz-Jacobi-Straße 10, vor Publikum aufführen. Der Eintritt ist frei.

Das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Hennef hatte das Projekt ins Leben gerufen. "Aus dem Kulturrucksack NRW 2015 haben wir Sondermittel für Flüchtlingsprojekte erhalten", erklärte Anna Seidel, Mitarbeiterin des Amtes. Man sei sich aber schnell einig gewesen, dass es kein reines Flüchtlingsprojekt geben soll, denn: "Integration funktioniert nur in einer Gruppe, in die man integriert werden kann", betonte Seidel. Dazu holte Seidel die Choreografen Max und Mia Bilitza ins Boot, die mit internationalen Gruppen bereits Erfahrung haben. Erst kürzlich erhielt ein ähnliches Projekt des Geschwisterpaares den Kinder- und Jugendpreis des Landes NRW 2015.

Das circa 30-minütige Programm ist enorm vielseitig und beinhaltet sowohl langsame als auch kraftvolle Bewegungen, coole Posen ebenso wie fließende Moves. Dabei achteten die Choreografen immer auf ein Niveau, das niemanden ausschließt, das alle bewältigen können und allen Spaß macht.

Sowohl Yannick, der auch in seiner Freizeit in der Tanzschule tanzt, als auch Motasim, der vorher noch nie getanzt hat, haben Spaß an dem gemeinsamen Projekt. "Alles macht Spaß und es ist mir gar nicht schwergefallen", erzählte Motasim. "Wir machen kein Ballett und kein Hip-Hop, sondern Bewegungen, die den Jugendlichen naheliegen und leichtfallen", erklärte Choreografin Mia Bilitza. Eine Geschichte hinter der Choreografie soll es den Tänzern einfacher machen, sich die Bewegungen zu merken. Die Geschichte handelt von Ordnung und Unordnung und einem Ort außerhalb der Realität, an den man fliehen kann, wenn sich alles im Umbruch befindet.

Sprachliche Grenzen spielten für die Schüler keine Rolle. Wichtige Ansagen machte Mia Bilitza auf Deutsch und Englisch und wo das nicht reichte, übersetzten zweisprachige Schüler auch auf Arabisch. Das Tanzen hat binnen weniger Tage eine große Gruppe mit starkem Zusammenhalt aus den Jugendlichen gemacht. Die 14-jährige Franziska bestätigte: "Wir sind schnell mit den anderen in Kontakt gekommen und haben uns angefreundet." Jetzt fiebert die Gruppe ihrem großen Auftritt am Sonntag entgegen.