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Verkehr in Sankt Augustin: Schönheitskur für die B 56

Verkehr in Sankt Augustin : Schönheitskur für die B 56

Die Stadt möchte die Bonner Straße attraktiver machen. Ein Vorbild: Die Frankfurter Straße in Hennef.

Heinz-Peter Schumacher macht sich nichts vor, wenn es um die Bonner Straße (B 56) geht. Der Mülldorfer Ortsvorsteher sagt: „Wir sind über jede sinnvolle Änderungen dankbar. Aber der Verkehr wird nicht weniger werden, das ist nun mal so.“ Die B 56 durchschneidet die beiden Stadtteile Mülldorf und Ort, täglich fahren bis zu 15.000 Fahrzeuge entweder Richtung Siegburg oder Richtung Bonn – und mitten durch Sankt Augustin. Doch die Stadt möchte dort nun etwas ändern: Sie will die Straße schöner gestalten und möglicherweise schon 2018 damit beginnen. „Die Umgestaltung ist nötiger denn je, derzeit verdient die Straße das Wort Gestaltung nicht“, sagt der Technische Beigeordnete Rainer Gleß.

Die Stadt hat sich im Vorjahr mit dem eigentlichen zuständigen Landesbetrieb Straßenbau.NRW darauf geeinigt, dass sie die Planung übernimmt. Denn der Landesbetrieb kann das laut Pressesprecher Timo Stoppacher nicht stemmen, weil er zu wenig Personal hat. In den nächsten Tagen unterzeichnen beide Parteien die Vereinbarung. Die Planungskosten übernimmt der Landesbetrieb. Eine Deckelung gibt es laut Stoppacher nicht, aber er sagt: „Eine etwaige Erhöhung der Planungskosten ist von der Stadt zu begründen und muss vom Landesbetrieb zusätzlich genehmigt werden.“

Die Verwaltung muss zunächst die bestehende Pläne aktualisieren, denn sie datieren von 2007 und ist damit laut Gleß überaltert und gehört ins Archiv. „Wir wollen dort städtebaulich und verkehrstechnisch einen neuen Impuls setzen“, sagt Gleß. Dabei geht es im Wesentlichen um vier Punkte.

Gestaltung: Gleß denkt dabei an die Frankfurter Straße in Hennef, die ebenfalls eine Bundesstraße ist (B 8) und viel Verkehr aufnimmt, laut Hennefs Stadtsprecher Dominique Müller-Grote werktags 11.400 Fahrzeuge. Gleß sagt: „Die Frankfurter Straße hat einen ähnlichen Querschnitt. Das kann man übernehmen, aber nicht eins zu eins. Aber so in etwa kann man sich das vorstellen.“ Die B 8 ist von Bäumen gesäumt, in der Mitte zweigeteilt durch Laternen sowie Pflastersteinen und ist im Zentrum die Einkaufsmeile Hennefs. Schumacher sagt: „Ich begrüße die Neugestaltung, kann es mir aber nicht recht vorstellen.“ Zur Frankfurter Straße sagt er: „Sie ist viel frequentierter von Menschen und eine Einkaufsstraße. Die B 56 in Sankt Augustin ist viel mehr eine Durchfahrtsstraße.“ Das sieht auch Gleß so, er bezeichnet den Charakter der Straße als „transitorisch“. Heißt: Die Menschen fahren über die Straße durch die Stadt, ohne dort anzuhalten. Gleß sagt: „Die Leistungsfähigkeit der B 56 muss auch in Zukunft gegeben sein.“

„Grüne Welle“: Eine „Grüne Welle“ zwischen Sandstraße und der Autobahnanschlussstelle an der A 560 ist angedacht. Dabei sind die Ampeln so geschaltet, dass die Verkehrsteilnehmer auf der Strecke bei einer bestimmten Geschwindigkeit an jeder Ampel „Grün“ haben. Deshalb lässt die Stadt im September den Verkehr zählen. „Das geschieht zu unterschiedlichen Tageszeiten über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten“, sagt Gleß.

Radwege: Die Stadt will mit dem Umbau auch auf die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen reagieren und die schon bestehenden sichern. Das sei dringend erforderlich, so Gleß. Eine erste kurzfristige Maßnahme: Die Stadt will einen Schutzstreifen von der Bonner Straße – Höhe Dietrich-Bonhoeffer-Haus – bis über die Meerstraße anlegen. Der durch eine gestrichelte Linie abgetrennte Bereich führt laut Stadtsprecherin Eva Stocksiefen zunächst nur in Richtung Siegburg. Dabei dürfen Autofahrer im Bedarfsfall darauf ausweichen. „Ich kann aber nicht sagen, wann der Schutzstreifen genau kommt“, sagt Stocksiefen. Zudem lässt die Stadt Bonn einen 3,5 Meter breiten Radweg bauen, der in Sankt Augustin auf Höhe der Bundesgrenzschutzstraße anschließt. Damit entsteht laut Stadt an der B 56 ein durchgehender Radweg zwischen beiden Städten.

Unfallsituation: Wie berichtet, gab es vergangene Woche direkt angrenzend an die B 56 an der Südstraße einen tödlichen Verkehrsunfall. Die Unfallkommission des Kreises hatte in der Vergangenheit drei Unfallhäufungsstellen auf der B 56 ausgemacht – und zwar die Kreuzungen Bonner Straße/Südstraße/Wehrfeldstraße, Bonner Straße/Konrad-Adenauer-Allee/Kapellenstraße sowie Bonner Straße/A 560 aus Richtung Hennef. Deshalb soll laut Stadt die Verkehrssicherheit bei den Plänen eine wichtige Rolle spielen.

Ganz generell sagt Schumacher: „Wir können die B 56 nur optimieren.“