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Hennef: Keine neuen Pfandkisten: Schlechte Nachrichten für Pfandsammler

Hennef: Keine neuen Pfandkisten : Schlechte Nachrichten für Pfandsammler

Es sei der richtige Antrag, allerdings wohl vom falschen Antragsteller, vermutete Andreas Klee von den Grünen und ergänzte: Die Ordnung der Stadt sei durch Pfandkisten nicht gestört.

Das war Klees Fazit, als der Umweltausschuss mit den Stimmen der CDU, der Unabhängigen und der FDP jetzt gegen eine dauerhafte Installation von Pfandkisten in Hennef stimmte. Die Grünen, die SPD (bei einer Enthaltung eines Sozialdemokraten) und die Linke stimmten gegen die Beschlussfassung der Verwaltung.

Dem Antrag der Grünen-Jugend, die Verwaltung möge sich nach einer weiteren Testphase Anfang des Jahres erneut mit dem Anbringen von Pfandkisten an belebten Plätzen beschäftigen, wurde zwar Rechnung getragen. Die Auswertung der Erfahrungen führten allerdings zu einem negativen Ergebnis.

Fest steht, dass für viele arme Menschen, die zum Teil auf der Straße leben, das Leergutsammeln oftmals die einzige Einnahmequelle ist. Sie wühlen im Abfall, um mit den weggeworfenen Dosen und Flaschen anderer Menschen ein wenig Geld für ihren Lebensunterhalt hinzuzuverdienen. Die Absicht der Grünen-Jugend war, neben dem Umweltaspekt dieses Pfandsammeln mittels Pfandkisten künftig etwas menschenwürdiger zu gestalten.

"Gegen eine weitere Testphase hätten wir nichts einzuwenden. Wichtiger wäre allerdings, dass die Menschen in eine Lage versetzt werden, dass sie gar nicht erst Leergut sammeln müssen", sagte Sozialdemokrat Mario Dahm. Für Martin Schenkelberg (CDU) sind diese Pfandkisten etwas, das in Großstädten durchaus funktioniert, für Hennef aber nicht passen würde.

Johannes Opperman, Leiter des Hennefer Umweltamtes, zeigte Beispielfotos aus der Testphase, auf denen eine Zweckentfremdung der Testkisten zu sehen war. "Die Kisten sind oftmals falsch befüllt worden", sagte Oppermann. Laut Oppermann würden hochwertige Designbehälter, die vielleicht ins Stadtbild passen, nur in geringer Stückzahl hergestellt und seien somit ziemlich teuer.

"Bei einer Installation von 20 Pfandkisten oder Ringen kommen da schnell 2500 bis 3000 Euro zusammen", sagte Opperman. Zudem würde sich der Aufwand des Bauhofs erhöhen, weil die Mitarbeiter auch diese Pfandsammelsysteme säubern und bei Bedarf reparieren müssten.

Laut Bürgermeister Klaus Pipke würden selbst hergestellte Sammelbehälter auf Basis von zersägten Getränkekisten, die mit Kabelbindern fixiert würden, auf Dauer keine Akzeptanz bei der Bevölkerung finden. Die Verwaltung würde derzeit große Anstrengungen unternehmen, das Stadtbild gestalterisch aufzuwerten. Selbst hochwertige Designbehälter stellten laut Pipke bei einer schnellen Überfüllung oder Fehlbefüllung eine echte visuelle Belastung des gesamten Umfeldes dar.