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Für größeren Essensraum fehlt das Geld: Raumnot an der Kastanienschule

Für größeren Essensraum fehlt das Geld : Raumnot an der Kastanienschule

Keine guten Nachrichten hatte Renate Kellerbach, Leiterin der Sövener Kastanienschule, als sie während eines Elternabends die Eltern darüber in Kenntnis setzte, dass kein Geld für einen Anbau zur Vergrößerung des Essensraums vorhanden sei.

Die Mitteilung des Schulamtes, dass der geplante Anbau, der laut Stadt rund 350 000 Euro kosten soll, aus finanziellen Gründen nicht weiter verfolgt werden könne, stellt nun alle vor die Frage, wie es weitergehen kann. Schulleitung, OGS und Eltern wollen nach den Ferien mit den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik diskutieren, um eine Lösung zu finden.

Laut Kellermann ist die Raumsituation der Schule insgesamt sehr angespannt. In der Offenen Ganztagsschule (OGS) werden derzeit 79 Kinder betreut, in der Übermittagsbetreuung bis 13.30 Uhr sogar noch weitere 15 Schüler.

"Der Essensraum bietet gerade einmal für 20 Kinder Platz, was zu erheblichen Problemen im Betreuungsalltag führt. Die Kinder essen in mehreren Gruppen nacheinander und daher teilweise sehr spät zu Mittag. Außerdem sind die zur Verfügung stehenden Aufenthaltsräume zu klein. Gerade für kleinere Kinder fehlen Rückzugsmöglichkeiten", sagte Kellerbach.

Vor zehn Jahren sei die OGS der Kastanienschule für deutlich weniger Kinder geplant worden. Das Angebot werde aber, auch aufgrund der hervorragenden Arbeit des OGS-Teams, immer stärker genutzt.

"Schon jetzt fehlen in Söven fast 20 Betreuungsplätze, wenn man berücksichtigt, dass zehn Familien ihre Schulanmeldung aufgrund fehlender OGS-Plätze zurückgezogen haben. Fünf Kinder sind in einer aus der Not geborenen, erweiterten Übermittagsbetreuung bis 14.15 Uhr ohne Mittagessen untergebracht und die Einrichtung ist mit vier Kindern überbelegt", so Kellerbach. "Auch in diesem Jahr mussten wir wieder alle Eltern bitten zu prüfen, ob sie zugunsten anderer auf ihren Betreuungsplatz verzichten können. Das ist auf Dauer keine Lösung."

Nur mit großer Anstrengung gelinge es Schule und OGS bislang gemeinsam, die Kinder in den beengten Verhältnissen adäquat zu betreuen. Dazu gehöre beispielsweise ein großes Angebot an Aktivitäten, die in der Turnhalle, auf dem Sportplatz oder in anderen Räumen stattfinden.

"Kinder brauchen nach Unterricht, Mittagessen und Hausaufgaben auch einfach einmal Ruhe und Zeit zum Spielen", sagt Ulrike Broich, Leiterin der OGS an der Kastanienschule. Das sehen auch viele Eltern so.

Nach den Ferien wollen Schulleitung und Eltern mit der Stadt Gespräche führen, wie man der beengten Situation Herr werden kann.

"Es ist richtig, dass ein Anbau, der um die 350 000 Euro kosten soll, derzeit für die Stadt nicht finanzierbar ist", sagte Dominique Müller-Grote, Sprecher der Stadt Hennef. Von der Tatsache abgesehen, dass laut Schulentwicklungsplan es bis 2020 an der Kastanienschule 20 Schüler weniger geben werde, sei die Verwaltung jederzeit offen für Gespräche und Lösungsvorschläge, um die Raumsituation zu verbessern.

Als Sofortmaßnahme wird es laut Müller-Grote einen Wanddurchbruch von einem Klassen- hin zum Essensraum geben, um diesen zu vergrößern. Der Raum wird laut Müller-Grote frei, weil es bereits ab nächstem Schuljahr weniger Kinder an der Schule gebe.